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Schleswig-Holstein Zwei Millionen Euro spurlos verschwunden
Nachrichten Schleswig-Holstein Zwei Millionen Euro spurlos verschwunden
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11:08 26.01.2018
Von Frank Behling
Auf dem Parkplatz Rehbrook Ost an der A21 mussten die Fahrer des Geldtransportes pausieren. Quelle: Michael Stamp
Kiel

Ein schwer gesicherter Geldtransporter erreicht sein Ziel, die Türen gehen auf – und plötzlich fehlen mehr als zwei Millionen Euro. Fest steht schon jetzt: Der Fall, mit dem sich Polizei und Staatsanwaltschaften in Schleswig-Holstein aktuell beschäftigen, gehört zu den ganz großen in Deutschland. Denn Fälle mit einer Beute von mehr als einer Million Euro sind äußerst selten.

Im Fall des verschwundenen Geldes aus dem Transporter in Kiel geht es jetzt um mehr als zwei Millionen Euro in Geldscheinen – verwahrt in drei Spezialkassetten. Als Mitarbeiter der Firma auf dem Gelände bei Kiel den Verlust bemerkten, gerieten zunächst die beiden Fahrer in Verdacht. Staatsanwaltschaft und Polizei bestätigten gegenüber KN-online nur das Verschwinden des Geldes und die laufenden Ermittlungen. „Es befindet sich derzeit niemand in Haft“, sagte Oberstaatsanwalt Axel Bieler am Freitag. „Wir versuchen, alle Fakten zusammenzutragen.“

Fahrt soll rekonstruiert werden

Beamte der Kripo befragten die beiden Männer, die den Transport von Hamburg nach Kiel übernommen hatten. Den ganzen Tag waren die Beamten der Kriminalpolizei damit beschäftigt, die Fahrt nach Kiel lückenlos zu dokumentieren. Anhand der Daten aus dem Bordcomputer des Wagens, von Videokameras und auch durch Befragungen von Zeugen soll der rund 120 Kilometer lange Weg vom Abfahrtsort in Hamburg bis zum Betriebsgelände am westlichen Stadtrand Kiels rekonstruiert werden. Der Betriebshof der Firma liegt unweit des Autobahnkreuzes Kiel-West.

Da der Geldtransporter mit moderner Überwachungstechnik ausgestattet ist, hoffen die Ermittler auf wichtige Hinweise. Denn auch wenn die Fahrer automatisch unter Verdacht gerieten, gibt es durchaus Indizien für ganz andere Szenarien. Deshalb prüfen die Beamten jetzt auch alle denkbaren Möglichkeiten, wie sich Täter möglicherweise von außen unbemerkt Zugang zum Wagen verschafft haben könnten. Auch die plötzliche Übelkeit des einen Fahrers ist Gegenstand der Ermittlungen.

Zuletzt wurde im August in München aus einem Geldtransporter eine Million Euro entwendet. Der Fahrer hatte seine Beifahrer aussteigen lassen und war mit dem Geld geflohen. Wenig später wurde er an der Grenze zu Serbien gefasst. Von der Beute fehlt noch jede Spur.

Im Fall eines im vergangenen Sommer getöteten Nachwuchsboxers aus Schenefeld (Kreis Pinneberg) hat die Polizei möglicherweise eine neue Spur. Seit Mittwoch durchsuchen Spezialkräfte ein Privatgrundstück in Quickborn (Kreis Pinneberg), wie die Polizei am Donnerstag mitteilte.

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Im Prozess gegen drei mutmaßliche Mitglieder des Islamischen Staates (IS) vor dem Oberlandesgericht in Hamburg hat die Bundesanwaltschaft am Donnerstag mehrjährige Haftstrafen gefordert. Die Männer wurden 2016 in Flüchtlingsunterkünften in Schleswig-Holstein festgenommen.

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Das Landgericht Flensburg hat eine Frau zu einer Haftstrafe von acht Jahren wegen Mordes an ihrem Ehemann verurteilt. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass die 50-Jährige in der Nacht zum 7. Mai den Mann im gemeinsam bewohnten Haus in Wyk auf Föhr mit zwei Messerstichen in die Brust getötet hat.

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