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Schleswig-Holstein Engpass bei den Notfallschiffen
Nachrichten Schleswig-Holstein Engpass bei den Notfallschiffen
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05:02 13.04.2018
Von Frank Behling
Das Mehrzweckschiff "Scharhörn" wurde kurzfristig aus der Ostsee abgezogen und in die Nordsee verlegt. Quelle: Frank Behling
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Kiel

An der deutschen Küste gib es einen Engpass bei den Notfallschiffen. Die beiden in der Nordsee für Havarien vorgehaltenen Mehrzweckschiffe „Neuwerk“ und „Mellum“ sind zeitgleich ausgefallen und liegen in der Werft. Am Sonntag musste deshalb aus der Ostsee eines der beiden Mehrzweckschiffe in die Nordsee verlegt werden. Das bestätigte die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt in Kiel. Kritik an der Situation kommt von der Schutzgemeinschaft Deutsche Nordseeküste (SDN). „Wir sind von der Situation keineswegs begeistert. Im Notfall kommt es auf eine schnelle Hilfe an“, sagt SDN-Sprecher Hans von Wecheln.

In der Ostsee muss das MehrzweckschiffArkona“ jetzt von Rügen bis Flensburg allein patrouillieren. Dramatischer ist die Lage in der Nordsee, wo deutlich größere Schiffe unterwegs sind und regelmäßig Unfälle passieren. „Zum Glück gibt es dort noch die ,Nordic’ als leistungsfähigen Schlepper. Ein Schiff ist aber ganz klar zu wenig“, so von Wecheln.

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Das deutsche Notschleppkonzept der Schifffahrtsverwaltung hat festgelegt, dass in den ermittelten Risikobereichen der deutschen Bucht sowie der Ostsee innerhalb von zwei Stunden nach Bekanntwerden eines Notfalles ein Spezial- oder Mehrzweckschiff bei einem manövrierunfähig in der See treibenden Schiff eintreffen muss.

Einsatzgebiet der Arkona

„Es kommt gerade bei einem Notfall darauf an, schnell Hilfe zu leisten und ein Schiff zu sichern“, sagt von Wecheln. Um die Zwei-Stunden-Vorgabe einzuhalten, reiche wegen der langen Wege nur ein Schiff für die Nordsee nicht. Um die Lücke zu verkleinern, bezog das MehrzweckschiffScharhörn“ am Montag nördlich von Helgoland Position. Dort soll es bis mindestens zum 23. April patrouillieren.

Bis dahin soll die „Mellum“ die Neue Jadewerft in Wilhelmshaven wieder verlassen haben. Sie musste für eine Maschinenüberholung in die Werft, wie Claudia Thoma, Sprecherin der Generaldirektion Wasserstraßen- und Schifffahrt in Kiel auf Anfrage mitteilt. Sie bestätigt auch, dass die „Neuwerk“ noch bis Mai ausfällt. Das 1998 gebaute Flaggschiff der Notfallflotte liegt seit Sommer bei der Emder Werft im Dock. Dort würden Arbeiten zum Klassenerhalt, am Schornstein und im Maschinenraum erledigt.

Havarien in Nord- und Ostsee seit 2009

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