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09:59 12.11.2017
Von Jan von Schmidt-Phiseldeck
3D-Kamera von Kieler Firma Raytrix. Im Reinraumlabor von rechts: Lennart Wietzke, Geschäftsführer Raytrix Andreas Pinnow, Entwicklungsleiter. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Manager bekannter Branchenriesen wie Microsoft, Samsung, Bosch oder Apple geben sich hier die Klinke in die Hand. Sie gehören zu den vielen Großkunden, die das 2008 gegründete Kieler Unternehmen gewonnen hat.„Wir werden künftig nicht nur Kameras für die Qualitätssicherung in der Industrie bauen, sondern Produkte auf den Markt bringen, die in der Medizintechnik eingesetzt werden“, sagt Lennart Wietzke. Nach einer „durchaus längeren Durststrecke“ ist der Gründer und Geschäftsführer von Raytrix (Jahresumsatz 2017: 2,5 Millionen Euro) überzeugt: „Viele Hersteller haben mit unseren patentierten Kameras experimentiert, jetzt geht das aber durch die Decke.“ Ein Fünf-Jahres-Auftrag vom weltgrößten Prozessor-Hersteller, dessen Namen aus vertraglichen Gründen nicht genannt werden darf, liegt unterschrieben auf Wietzkes Schreibtisch. Sein Wert: 18,6 Millionen US-Dollar.

Um die Entwicklung und weltweite Vermarktung eines Geräts zur Blutanalyse voranzutreiben, hat Wietzke bereits einen Förderbescheid in Höhe von 1,5 Millionen Euro aus EU-Mitteln für 2018 sicher. Weil sich die Auszahlung der Mittel jedoch über drei Jahre streckt, will der 40-jährige Informatiker, der an der Uni Kiel promoviert hat, die Entwicklungsphase mit seinem 15-köpfigen Expertenteam verkürzen: „Es geht um Schnelligkeit, weil der Markt umkämpft ist“, sagt Wietzke. Und weil Banken für eine Bewilligung der Zwischenfinanzierung Monate gebraucht hätten, wirbt er seit wenigen Tagen auf der Plattform Kapilendo um Kredite von Privatpersonen. Mit dem sogenannten Crowdlending hat er Erfolg: Mehr als 1,3 Millionen Euro sind in kürzester Zeit zusammengekommen. Geld, dass Raytrix hoch verzinst zurückzahlen muss.

 

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