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Wirtschaft Online-Handel verstopft die Papiertonnne
Nachrichten Wirtschaft Online-Handel verstopft die Papiertonnne
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08:00 12.01.2019
Von Ulrich Metschies
Weniger Papier, mehr Kartons: Die Zusammensetzung in der Blauen Tonne hat sich verändert. Quelle: Hendrik Schmidt
Kiel.

 Die Konsequenzen bekommen auch die Entsorger zu spüren, denn die Zusammensetzung der Altpapiermengen in den Tonnen hat sich in den vergangenen Jahren radikal geändert: Der Anteil von Verpackungen ist massiv gestiegen. Nun streiten sich Kommunen und private Entsorger um die Aufteilung der Kosten für die Papiersammlung. 

Kommunalverband kritisiert Kostenaufteilung

Diese Relation ist auch Basis für die Kostenaufteilung zwischen Kommunen und privaten Entsorgern. Eine vom Verband kommunaler Unternehmen (VKU) in Auftrag gegebene Studie hat nun ergeben, dass der Anteil von Verpackungen in der Tonne (gemessen am Volumen) zwischen 64 und 70 Prozent beträgt. Bleibt es beim bisherigen Aufteilungsschlüssel für die Kosten der Abfallsammlung, sieht der VKU Nachteile für die Verbraucher, denn sie zahlten praktisch doppelt für die Entsorgung von Verpackungen aus Papier und Pappe: einmal über den Kaufpreis für die Produkte, auf den die Hersteller die Lizenzgebühren für die sogenannten dualen Systeme aufschlagen, und über die Abfallgebühren. „Das darf nicht sein“, sagt VKU-Vizepräsident Patrick Hasenkamp.

Neues Verpackungsgesetz gegen Trittbretfahrer

Und so fordert der Verband die privaten Entsorger auf, „Wege zu finden, die Versandhändler in angemessener Höhe an den Kosten für die Altpapiersammlung zu beteiligen“. Genau das ist auch das Ziel des zum Jahresanfang in Kraft getretenen neuen Verpackungsgesetzes, mit dem die Große Koalition „Trittbrettfahrern“ einen Strich durch die Rechnung machen will. Schätzungen zufolge fließen für annähernd die Hälfte aller in Umlauf gebrachten Verpackungen keinerlei Lizenzgebühren an die dualen Entsorgungssysteme.

Entsorger in der Region bestätigen das Problem der zunehmenden Kartonverpackungen. Der Abfallwirtschaftsbetrieb der Stadt Kiel appelliert an die Verbraucher, Kartons zu zerkleinern, um den Platz in der Blauen Tonne besser zu nutzen.

Die großen Handelskonzerne bringen eine Kennzeichnung in die Läden, die die Verbraucher über Tierhaltung informieren soll – schneller und auch anders als Pläne der Politik. Edeka, Rewe, Aldi und Lidl wollen das Verpackungslogo ab 1. April einführen.

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