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Wirtschaft Ärger um Digital-Konferenz in Kiel
Nachrichten Wirtschaft Ärger um Digital-Konferenz in Kiel
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08:00 06.09.2017
Von Ulrich Metschies
Das Kieler Institut für Weltwirtschaft gehört zu den führenden Denkfabriken der Welt. Doch Arbeitnehmerbelange, so kritisieren die Gewerkschaften, kommen bei der Diskussion um die Digitalisierung zu kurz. Quelle: Sven Janssen
Kiel

Es geht um ein Zukunftsthema bei der Veranstaltung „Schleswig-Holstein im digitalen Zeitalter“ am 18. September 2017: Vertreter aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik und Gesellschaft sprechen über globale digitale Trends und deren Folgen für die Unternehmen, über Chancen und Herausforderungen für das Land, aber auch über neue Formen der Arbeit. Eine sinnvolle Sache also. Doch nun gibt es Ärger. Die Gewerkschaften fühlen sich ausgegrenzt.

„Die Wissenschaft muss sich den Bedürfnissen der arbeitenden Menschen stellen – nicht nur denen von Managern“, kritisiert Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord. Doch leider sei kein einziger Gewerkschafter oder Betriebsrat zu der Konferenz eingeladen worden. Die Digitalisierung dürfe nicht zulasten der Beschäftigten gehen, warnt Polkaehn. Vielmehr müssten die sich daraus ergebenden Chancen für Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben, altersgerechte Arbeitsplätze und lernfördernde Arbeitsumgebungen herausgearbeitet und genutzt werden: „Auch dies wären große Themen für das Global Economic Symposium in Schleswig-Holstein.“

Der PC brauche keine Pause, der Mensch schon

IfW-Präsident Dennis Snower hatte bei der Vorstellung des GES-Programmes die Chancen durch die Digitalisierung unterstrichen, jedoch auch auf ein grundsätzliches Problem hingewiesen: „Die Digitalisierung steigert die Produktivität von Maschinen in Hochgeschwindigkeit, während Menschen länger brauchen, um ihre Fähigkeiten anzupassen.“ Dem stimmt auch Polkaehn zu, doch nimmt der Gewerkschafter ausdrücklich die Betriebe in die Pflicht, um die negativen Folgen der Digitalisierung für die Beschäftigten abzufedern: „Wenn Prof. Snower so denkt, dann muss er auch von den Unternehmensleitungen die Beteiligung von Arbeitnehmern am Prozess des technologischen Wandels einfordern.“ Der PC, so der Gewerkschafter, brauche keine Pause, der Mensch schon.

Bevor sich der Ärger um das GES noch verschärfen kann, deutet sich eine Lösung an: „Selbstverständlich“, räumt Warlimont ein, „können an der GES-Veranstaltung ,Schleswig-Holstein im Ditigalen Zeitalter’ auch Vertreter von Betriebsräten oder Gewerkschaften teilnehmen“. Mehr noch: „Wir werden auch Arbeitnehmervertreter als Panel-Sprecher einladen.“

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