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Wirtschaft „Aidanova“ auf dem Weg zur Nordsee
Nachrichten Wirtschaft „Aidanova“ auf dem Weg zur Nordsee
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09:53 09.10.2018
Von Frank Behling
Foto: Emsüberführung der „AIDAnova“. Um 6 Uhr erreichte das Schiff Leer.
Emsüberführung der „AIDAnova“. Um 6 Uhr erreichte das Schiff Leer. Quelle: Frank Behling
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Papenburg

Die Überführung ging dabei etwas schneller als geplant. Bereits um 6 Uhr passierte der Neubau die Jann-Berghaus-Brücke. Die Fahrt erfolgte ohne große Probleme. Gegen Mittag wird das Emssperrwerk passiert. 

Noch sind die vier großen MaK-Motoren gedrosselt. Die von Caterpillar in Kiel und Rostock gebaute Maschinen dürfen ihre Leistung erst ab nächster Woche auf der Nordsee entfesseln. Die 337 Meter lange und 42 Meter breite „Aidanova“ braucht auf der engen Ems vor allem eines: Langsamkeit.

Seit Sonntagmorgen war die Ems aufgestaut worden, damit der Wasserstand die Reise des Riesenschiffes ermöglicht. Mit einem Tiefgang von knapp unter acht Metern muss das Schiff diese erste große Hürde nehmen. Gut 60 Kilometer sind es bis zum Dollart, der Bucht in der Emsmündung.

Drei Schlepper als Sicherung

“So etwas wird wochenlang vorbereitet. Bis alle Genehmigungen da sind, dauert es schon“, sagt Peter Hackmann, Sprecher der Meyer Werft. An dem neuen Schiff wurden vorn und achtern spezielle Adapter befestigt. An ihnen machen Schlepper fest. Drei große Schlepper aus Hamburg, Brunsbüttel und Bremerhaven haben die „Aidanova“ fest im Griff. 

Besondere Engstellen sind die Papenburger Dockschleuse, die Eisenbahn-Brücke bei Weener, die Jann-Berghaus-Brücke bei Leer und das Emssperrwerk bei Gandersum. 24 Stunden soll die Reise von der Werft bis nach Eemshaven dauern. 

Erste Fahrt mit Diesel statt LNG

Dort erst dürfen die Maschinen der „Aidanova“ erstmals die volle Leistung auf die beiden elektrischen Antriebsmotoren geben. Beim Treibstoff ist das Schiff vorerst auf Diesel angewiesen. „Wir haben leider keine Genehmigung um in Deutschland LNG zu bunkern. Das machen wir erst dann, wenn wir in den Niederlanden sind“, sagt Hackmann.

Das verflüssigte Erdgas (LNG) ist der umweltfreundlichste fossile Schiffstreibstoff, den es derzeit gibt. In den Niederlanden werden bereits Schiffe mit LNG betankt. Dort gibt es auch bereits große Importterminals.

Die „Aidanova“ ist mit 183.900 BRZ Vermessung das größte in Deutschland gebaute Schiff. Am 15. November soll es in Bremerhaven als erstes von neun Schiffen der „Helios“-Klasse für die Reederei Aida Cruises (Rostock) in Dienst gestellt werden. Am 31. August war die „Aidanova“ in Papenburg getauft worden. 

Das größte bislang in Deutschland gebaute Schiff hat seine Werft verlassen. Von der Meyer Werft in Papenburg fährt die „Aidanova“ der Nordsee entgegen.