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Wirtschaft "Aidanova" wird später fertig
Nachrichten Wirtschaft "Aidanova" wird später fertig
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11:16 16.11.2018
Von Frank Behling
Foto: Die "Aidanova" muss die Jungfernfahrt am 2. Dezember von Hamburg aus absagen.
Die "Aidanova" muss die Jungfernfahrt am 2. Dezember von Hamburg aus absagen. Quelle: Frank Behling
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Papenburg

Die "Aidanova" wird viel später fertig: Nach der ersten Probefahrt des 337 Meter langen und 42 Meter breiten Schiffes am Dienstag zogen die Verantwortlichen die Reißleine. Der ursprünglich bei Auftragsvergabe 2014 angepeilte Ablieferungstermin am 28. November 2018 ist gestrichen. Jetzt wird als neuer Ablieferungstermin der 1. Dezember 2018 angepeilt. Die für 2. Dezember 2018 in Hamburg startende Jungfernreise wurde offiziell abgesagt.

Als Grund für die neuerliche Verzögerung bei der "Aidanova" wird bei der Meyer Werft die Innenausrüstung genannt. Viele Bereiche im Schiff sind noch nicht so, wie sie für eine Kreuzfahrt auf Aida-Standard sein sollten. Deshalb werden jetzt erst am 19. Dezember 2018 im Hafen von Santa Cruz de Teneriffa die ersten regulär gebuchten Passagiere an Bord gehen. Alle Reisen des Schiffes bis dahin dienen als Tests und für Erprobungen.

Zweite Probefahrt startet am Freitagabend

Am Freitagabend startet das Schiff zur zweiten Probefahrt in die nördliche Nordsee. Diese Abnahmefahrt soll etwa eine Woche dauern. Danach geht das Schiff in die Endausrüstung.

Die 183900 BRZ große "Aidanova" ist das größte in Deutschland gebaute Schiff. An Bord sollen später 1600 Crewmitglieder bis zu 6600 Passagiere betreuen. "Unser Anspruch ist es, unseren Gästen vom ersten Tag an einen Urlaub zu bieten, der ihre Erwartungen übertrifft", so Reedereisprecher Hansjörg Kunze. Dieses Ziel lässt sich bei einem so großen Schiff nicht von einem auf den anderen Tag erreichen. Deshalb wird der Betrieb zunächst ohne Passagiere hochgefahren.

Die Verlegungsfahrt von Deutschland zu den Kanarischen Inseln wird Anfang Dezember deshalb auch ohne zahlende Passagiere erfolgen. Während die Besatzung langsam den Bordbetrieb des Schiffes hochfährt, werden Arbeiter der Meyer Werft an Bord die Restpunkte abarbeiten.

Die "Aidanova" übertrifft mit 2500 Kabinen für 6600 Passagiere alle anderen bislang von der Meyer Werft gebauten Schiffe. Gleichzeitig ist der in Kiel entwickelte Antrieb mit seinen vier MaK M46DF-Motoren ebenfalls Neuland für ein Kreuzfahrtschiff. Diese Motoren können mit Flüssigerdgas oder Marinediesel betrieben werden. Der LNG-Antrieb hat alle Tests erfolgreich beendet.

Tausende Urlauber müssen Pläne ändern

Die Reederei Aida Cruises hat am Freitagmorgen alle betroffenen Passagiere und Reisebüros über die Streichungen der Abfahrten der "Aidanova" informiert. Alle Passagiere bekommen alternative Reisemöglichkeiten aus der Aida-Flotte. Betroffen sind bis zu Tausende Passagiere aus ganz Deutschland.

Die Meyer Werft hat derzeit große Probleme bei der Fertigstellung von Kreuzfahrtschiffen in Papenburg. Auch andere Projekte sind dort derzeit betroffen. Besser als gedacht läuft es für die Meyer-Gruppe auf der Meyer Werft in Finnland. Die Werft in Turku ist mit dem Neubau "Mein Schiff 2" sogar fast acht Wochen vor dem Zeitplan. Die finnische Meyer Werft wird diesen Neubau bereits zum Jahreswechsel nach Kiel schicken, wo es ein paar Wochen für die Beladung liegen wird. Eigentlich sollte das Schiff erst im März in Fahrt kommen.