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Wirtschaft Amazon kommt nach Schleswig-Holstein
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21:29 29.03.2019
Von Ulrich Metschies
Amazon zieht nach Borgstedtfelde - und Kai Lass war daran beteiligt: Mit dem neuen Verteilzentrum sollen sich die Lieferzeiten in Schleswig-Holstein verkürzen. Quelle: Uwe Paesler
Borgstedt

Das Amazon-Verteilzentrum mit einer Gebäudefläche von 7800 Quadratmetern entsteht im  Gewerbegebiet Borgstedtfelde direkt an der A7. Am Freitag wurde der Grundstücksvertrag zwischen der Gemeinde Borgstedt und dem zuständigen Projektentwickler unterzeichnet.

„Wir freuen uns sehr über viele neue Arbeitsplätze und darüber, dass Schleswig-Holstein als Logistikstandort bei einem Weltkonzern punkten kann“, sagte Wirtschafts-Staatssekretär Thilo Rohlfs (FDP).

In die breite Zustimmung für das Projekt mischte sich aber auch Kritik: „Fehlende Tarifverträge, unzureichende Gesundheitsschutzbestimmungen und fehlende Mitbestimmung sind zum Markenzeichen von Amazon geworden“, sagte der arbeitspolitische Sprecher der Landes-Grünen, Rasmus Andresen. Auch bei Verdi heißt es, „gute Arbeitsplätze sind von Amazon nicht zu erwarten“.

Amazon in Borgstedtfelde auf 90.000 Quadratmetern

Am Freitag unterzeichneten die Gemeinde Borgstedt und der Hamburger Projektentwickler Garbe den Grundstückskaufvertrag. Das Verteilzentrum, das Amazon langfristig mieten wird, entsteht auf einem gut 90000 Quadratmeter großen Areal im Gewerbegebiet Borgstedtfelde direkt an der A7.

Um das kommende Weihnachtsgeschäft bedienen zu können, wird Amazon zunächst eine provisorische Halle nutzen. Parallel wird ab August eine 7800 Quadratmeter große Logistikhalle entstehen, die Ende März 2020 eröffnet wird. Bei den rund 250 Arbeitsplätzen soll es sich größtenteils um Logistik-Mitarbeiter sowie um rund 20 Beschäftigte in Verwaltung und Organisation handeln.

Sowohl die Arbeitsplatzstandards als auch die zu erwartende Verkehrsbelastung seien in der Gemeindevertretung diskutiert worden, sagte Borgstedts Bürgermeister Gero Neidlinger (CDU). Die Zustimmung zum Kaufvertrag sei jedoch einstimmig gefallen: „Die Vorteile für die gesamte Region überwiegen deutlich.“

Amazon will das Zentrum in Spitzenzeiten mit fünf Lkw pro Stunde ansteuern – außerhalb des Berufsverkehrs. Mit dem Bau will der Online-Versender die Zustellung in Schleswig-Holstein beschleunigen und auch das Angebot „Lieferung am gleichen Tag“ ausweiten.

Vor Jahren hatte sich Neumünster Hoffnungen gemacht

Ein halbes Jahr lang hatten die Wirtschaftsförderer von Land Schleswig-Holstein und Kreis Rendsburg-Eckernförde sowie die Gemeinde Borgstedt um das imageträchtige Projekt gerungen.

Hoffnungen auf eine Amazon-Ansiedlung hatte sich Schleswig-Holstein schon vor sechs Jahren gemacht. Doch aus dem Bau eines Logistik-Zentrums in Neumünster wurde nichts, stattdessen errichtete der Konzern das Zentrum im niedersächsischen Winsen.  

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