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Wirtschaft Handwerk: clever und kreativ
Nachrichten Wirtschaft Handwerk: clever und kreativ
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08:30 03.12.2014
Von Tamo Schwarz
Beim Kieler Geschäft „Das Schmuckwerk“ steht das Handwerk im Mittelpunkt: Goldschmiedemeister Dirk Schmidt und Gesellin Sötje Voß (27; Landesbeste 2011). Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Durch 57 Bewerbungen hatte sich die Jury aus Vertretern des Wirtschaftsministeriums, der Volks- und Raiffeisenbanken sowie der Handwerkskammer „gekämpft“ und am Ende das Unternehmen PS-KO Pedal Spaß aus Groß Grönau zum Sieger (6000 Euro) gekürt, das Spezialräder – auch für körperbehinderte Menschen – konstruiert und repariert. Platz vier und damit immerhin jeweils 1000 Euro blieben gestern im Gästehaus der Landesregierung immerhin für die Firma JHJ Holzbau aus Großharrie sowie die Schmuckexperten aus Kiel.

 Das Schmuckwerk, ansässig im Knooper Weg, hatte insbesondere durch den „Handabdruckring“ gepunktet, bei dem Silikonabdrücke der Handinnenflächen genommen und schließlich zu ganz individuellen Ringen gefertigt werden. Eine komplett analoge Innovation, die „am Anfang keiner sehen wollte“, wie sich Firmengründer und Goldschmiedemeister Dirk Schmidt (47) erinnert. Heute ist das anders: Mit seinem siebenköpfigen Team verkauft Schmidt nicht nur fast ausschließlich selbst gefertigte Produkte.

Seit 1998 haben die „Schmuckwerker“ auch schon fast 3000 Brautpaare glücklich gemacht. „30 bis 40 Prozent unseres Umsatzes machen wir mit Trauringen“, so Schmidt. Und immer größerer Beliebtheit erfreuen sich dabei auch Ringe mit Fingerabdrücken oder eben die mit den Handabdrücken. „Das Patent dafür ist bereits angemeldet“, sagt Philip Stahl, zuständig für das Marketing. Überzeugt haben dürfte die Jury aber auch, dass Das Schmuckwerk derzeit zwei Lehrlinge ausbildet – angesichts von insgesamt nur 15 bis 20 Goldschmiede-Azubis pro Jahr in Schleswig-Holstein, Hamburg und Nord-Niedersachsen zusammen eine erstaunliche Zahl. „Gute Leute sind schwer zu kriegen, dann bilden wir lieber selber aus und sichern so nicht nur unseren Betrieb, sondern auch unseren Beruf“, sagt Dirk Schmidt.

 Ein Beispiel, das unbedingt Schule machen sollte, wenn es nach Wirtschaftsminister Reinhard Meyer – Schirmherr des VR-Förderpreises – geht. „Wir müssen bei jungen Leuten unbedingt noch mehr Werbung für Handwerksberufe machen.