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06:57 24.02.2019
Von Christin Jahns
Vize-Marktleiter Sebastian Lange im Bauhaus in der Kieler Gutenbergstraße. Die Filiale soll als Ersatzstandort für den geschlossenen Standort in der Stormarnstraße dienen. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

"In den kleinen Märkten mit 3000 bis 5000 Quadratmetern kann das gesamte Sortiment heutzutage nicht mehr übersichtlich präsentiert werden", erklärt Marcus Wegener, Geschäftsführer von Bauhaus Nord, und verweist auf den Markt in Schwentinental, der mit rund 20000 Quadratmetern in einer ganz anderen Liga spiele als der in der Stormarnstraße in Kiel.

"Wir müssen die Baumärkte an die Struktur des Umfeldes anpassen", sagt Wegener. "Gerade Gartenmöbel sind für unseren Umsatz besonders wichtig", sagt Wegener und verweist auf den kleinen Hinterhof in der Stormarnstraße, der genau wie das 30 Jahre alte Gebäude aus seiner Sicht nicht mehr zeitgemäß ist. "Ein großer Stadtgarten mit Drive-In oder Kundenladezone, von der auch große Einkäufe bequem abtransportiert werden können, das sind Ansätze, die einen modernen Baumarkt ausmachen."

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Bauhaus, Hornbach und andere Ketten experimentieren mit verschiedenen Flächen

Auch bei Hornbach macht man sich intensiv Gedanken um die perfekte Baumarktgröße. „Die meisten Ketten haben in den vergangenen Jahren viel mit neuen Formaten, großen und kleinen Flächen experimentiert“, sagt Hornbach-Sprecher Florian Preuß. Der Heimwerkermarkt betreibt selbst Kompakt-Filialen mit gerade einmal 800 Quadratmetern.

Die Abkehr von der Großfläche bedeute diese Entwicklung aber nicht: „Unser Sortiment ist in den letzten Jahren gewachsen und für Services wie den Zuschnitt von Holz brauchen wir zusätzlichen Platz, deshalb sind wir überall, wo es geht, bestrebt, Großmärkte zu eröffnen“, sagt Preuß. Seiner Erfahrung nach bevorzugen auch Kunden die Großfläche, da alles, was sie suchen, hier erhältlich ist.

Dass kleinere, schicke Läden im Innenstadtbereich dennoch funktionieren können, zeigt die Baumartkette Toom, die mit sogenannte Pop-up-Stores in Metropolen wie Köln und Frankfurt mit monothematischen Angeboten im Bereich Garten oder Farbe bereits viele Mieter angelockt hat, die ihre Wohnung oder den heimischen Balkon aufhübschen wollen.

Beim Förde Baumarkt wissen die Kunden besonders den Service zu schätzen

Auch in Kiel gibt es mit dem Naturbauhaus gesund und farbig und dem Fördebaumarkt in Friedrichsort Märkte, die sich mit kleiner Fläche und besonderem Konzept bereits seit vielen Jahren am Markt behaupten. „Eine etwas kleinere Verkaufsfläche ist meiner Meinung nach kein Nachteil. 4000 Quadratmetern reichen vollkommen aus, um ein umfassendes Baumarktsortiment zu bevorraten“, sagt Fördebaumarkt-Geschäftsführerin Julia Claussen.

Wichtig sei, dass man seine Kompetenz in den vorhandenen Sortimenten zeige und eine gute Beratung durch erfahrene Verkäufer biete. „Nicht vorhandene Artikel können bei Bedarf kurzfristig bestellt werden“, sagt Claussen. „Die Kunden wissen besonders Serviceleistungen wie die Farbmischanlage oder unsere eigene Reparaturwerkstatt für Gartenmaschinen zu schätzen.“

Bauhaus-Mitarbeiter aus der Stormarnstraße werden auf andere Standorte in Kiel verteilt

Einen neuen Standort in Kiel wird es bei Bauhaus wegen der Schließung in der Stormarnstraße so vorerst nicht geben. „Wir haben den ehemaligen Max-Bahr-Markt in der Gutenbergstraße bei der Übernahme bereits als Ersatzstandort eingeplant und sind mit acht Märkten in Schleswig-Holstein gut aufgestellt“, sagt Wegener.

Die 34 Mitarbeiter des Baumarktes in der Stormarnstraße müssen sich deshalb keine Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen, sie werden auf die Standorte im Stadtgebiet verteilt.