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Wirtschaft Firmen blicken gespannt nach Nordkorea
Nachrichten Wirtschaft Firmen blicken gespannt nach Nordkorea
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08:00 27.06.2018
Von Anne Holbach
Nordkoreaner lesen Artikel über das Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Trump und Nordkoreas Machthaber Kim. Sanktionen ließen den Handel mit Pjöngjang versiegen – Nord-Firmen beobachten nun die Friedenspolitik. Quelle: Dita Alangkara/dpa
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Kiel

Zwar habe es noch keine soliden Anfragen in Kiel und Lübeck dazu gegeben, wann es geschäftlich in Nordkorea losgehen könne, sagt Werner Koopmann, Außenwirtschaftsexperte bei der Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein. „Aber die Gedanken sind schon da.“ Noch gebe es zu viele Unbekannte, um von konkreten Geschäftsmöglichkeiten zu sprechen. „Im Moment gilt es genau zu gucken, bewegt sich da jetzt was und folgt daraus etwas im Politischen und Ökonomischen.“

Die USA machten zuletzt deutlich, dass sie ihre Sanktionen erst lockern wollen, wenn Kim wirklich nuklear abrüstet. „Was nun passiert, liegt vor allem an China“, sagt Prof. Rolf Langhammer, Handelsexperte am Kieler Institut für Weltwirtschaft. Nordkorea hänge wirtschaftlich an der Nabelschnur der Volksrepublik. „China wird aber sicherlich sehr vorsichtig sein, was jetzt eventuelle Lockerungen der Sanktionen angeht. Sie wollen Trump nicht reizen.“

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Schleswig-Holstein exportierte Waren für 20.000 Euro nach Nordkorea

Der bilaterale Handel zwischen Deutschland und Nordkorea ist derzeit kaum der Rede wert. Im vergangenen Jahr belief er sich laut Statistischem Bundesamt insgesamt auf knapp sechs Millionen Euro. Aus Schleswig-Holstein gingen im vergangenen Jahr Waren im Wert von 20.000 Euro in das ostasiatische Land. 2016 lag die Ausfuhr noch bei 332.000 Euro. Dabei handelte es sich laut Statistikamt vor allem um datenverarbeitende Geräte, chemische Erzeugnisse und Maschinen, aber auch pharmazeutische Produkte sowie Gummi- und Kunststoffwaren. Importiert wurden nur Güter für 5000 Euro. Zum Vergleich: Nach Südkorea exportierte Schleswig-Holstein Waren im Wert von 269 Millionen Euro, der Import betrug 97 Millionen Euro


Die größten Profiteure wären China und Südkorea

Bei einer Lockerung der Handelseinschränkungen könnten sich die Verhältnisse schnell ändern. Deutschland hat eine Botschaft in Pjöngjang und ist unternehmerisch in Südkorea und China stark vertreten, so dass darüber der nordkoreanische Markt erschlossen werden könnte. Die größten Profiteure einer Öffnung dürften aber andere sein. „Sollten die Sanktionen fallen, stünden Investoren aus Südkorea und China sofort bereit“, glaubt Langhammer. „In Nordkorea sind die Investitionschancen groß, das ist quasi der letzte weiße Fleck im asiatischen Raum, der noch nicht erschlossen ist.“

Nordkorea gilt als arm an Devisen

„Es gibt nur wenige private Unternehmer in Nordkorea, meist wäre der Staat der Geschäftspartner, das macht es unseren Unternehmen schwerer“, sagt Koopmann. Zudem sei Nordkorea nicht nur arm an Devisen, durch die jahrelange Abschottung des Landes fehlten auch die Vorstellungen, was dort überhaupt machbar sei. Wahrscheinlich würden Nord-Firmen daher den Weg über bereits bestehende Kontakte in den Nachbarländern gehen.

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