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Wirtschaft Bonusprogramm fürs Girokonto
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08:00 18.04.2019
Von Ulrich Metschies
Kieler Volksbank und Hypovereinsbank preschen vor: Treue Kunden werden über ein Bonsuprogramm belohnt. Quelle: Angelika Warmuth
Kiel

Einen Mangel an Selbstbewusstsein kann man Bernd Schmidt wirklich nicht attestieren: „Das, was wir bringen, ist das digitalste Loyalitätsprogramm auf dem Kieler Bankenmarkt.“ Fakt ist, und daraus macht der Vorstand der Kieler Volksbank auch keinen Hehl: Unter dem Druck steigender Personal- und Sachkosten erhöht das genossenschaftliche Institut seine Kontoführungsgebühren – für das Produkt „VR-AktivPlus“ etwa um zwei Euro auf 8,90 Euro im Monat.

Kunden sollen nach Ostern Details erfahen

Gleichzeitig jedoch führt das Institut ein Bonusprogramm ein, das die Kunden belohnt, die die Volksbank als Hausbank nutzen. Für jede Leistung und jedes Produkt können die Kunden wie bei einem Vielfliegerprogramm Punkte sammeln und Gutschriften kassieren, die – abhängig vom erreichten Status – die Gebührenerhöhung kompensieren oder sogar deutlich übersteigen. Details zu dem neuen Treueprogramm will die Bank nach Ostern an ihre Kunden verschicken, im Juli soll das neue Modell scharf geschaltet werden.

Hypovereinsbank ist vor drei Jahren vorgeprescht

Dass Banken die Gebühren erhöhen und ihre Kontomodelle gleichzeitig mit einer Vielzahl von Zusatznutzen aufladen, ist seit Jahren Trend in der Branche, denn die niedrigen Zinsen erlauben es nicht mehr, das Produkt Girokonto durch Gewinne aus anderen Geschäften zu subventionieren. Bonusprogramme hingegen sind noch relativ neu. Die Hypovereinsbank startete vor drei Jahren ein Vorteilsprogramm, das nach Angaben des Instituts bei den Kunden „sehr positiv“ ankommt. Auch hier werden Kunden finanziell umso mehr belohnt, je intensiver sie Bankleistungen nutzen. Andere Institute haben entsprechende Bonusprogramme derzeit nicht geplant.

Verbraucherschützer mahnen zur Vorsicht

Aus Sicht der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein sind Bonusprogramme für Bankkonten mit Vorsicht zu genießen: „Solche Modelle sind sicher besser als eine stumpfe Gebührenerhöhung“, sagt Finanzexperte Michael Herte. Er rät dem Kunden jedoch, wichtige und langfristige Entscheidungen nicht von einem Punktesystem abhängig zu machen: „Wer sein Konto so nutzt, wie er es für sinnvoll erachtet, und damit auf Gold-Status kommt, der kann sich freuen.“ Niemals jedoch sollte man sich von einem Loyalitätsprogramm den Blick auf konkurrierende Angebote vernebeln lassen.

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