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Wirtschaft Dem Norden geht der Kies aus
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08:01 31.05.2018
Von Ulrich Metschies
Auch das Kieserwerk Grevenkrug steht vor der Schließung. Geschäftsführerin Elke Glindemann sieht sich vom Kreis hingehalten. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Um die stark steigende Nachfrage zu decken, müsse mehr Baukies importiert werden. Das treibe nicht nur die Kosten für Infrastrukturprojekte wie die Rader Hochbrücke nach oben – auch private Bauherren müssten draufzahlen. „Viele Betriebe haben Lieferprobleme, ohne Erweiterungsmöglichkeiten stehen sie vor dem Aus“, sagt Vero-Hauptgeschäftsführer Raimo Benger.

Zahlreiche Kieswerke stehen vor dem Aus

Sollte sich an der zögerlichen Genehmigungspraxis der Kreise nichts ändern, könne landesweit in acht Jahren der Kies ausgehen. Allein im Kreis Rendsburg-Eckernförde stehe jedes zweite der 35 Kieswerke vor der Schließung. Beispiel Peter Glindemann: Weil der Kreis eine seit Jahren geplante Erweiterung nicht genehmigt, wird die Unternehmensgruppe in Kürze ihr Stammwerk in Grevenkrug schließen. Rund eine Million Euro habe die Firma in den Ankauf einer benachbarten Fläche und die erforderlichen Gutachten investiert, so Geschäftsführerin Elke Glindemann.

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Innenministerium verweist auf neue Regionalplanung

Im Herbst 2017 hatte der Kreis die Erweiterung abgelehnt, unter anderem, weil das Areal „eine wichtige Pufferfunktion“ zum angrenzenden Kernbereich des Landschaftsschutzgebietes wahrnehme. Die mit dem Abbau verbundenen Eingriffe wären „gravierend und irreparabel“. Gleichzeitig heißt es aber: Eine „Neubewertung der Situation“ sei möglich, wenn die Fläche von der Landesplanung als Vorrangfläche für den Kiesabbau ausgewiesen werde. Ob das passiert, steht in den Sternen. Voraussichtlich in der zweiten Jahreshälfte 2019 soll es eine neue Regionalplanung geben. Diese werde einen „wesentlichen Beitrag“ leisten, um die Versorgung der Wirtschaft mit heimischen Rohstoffen zu sichern, heißt es im zuständigen Innenministerium.