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Wirtschaft Größter Kreuzfahrer ausgedockt
Nachrichten Wirtschaft Größter Kreuzfahrer ausgedockt
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11:50 22.08.2018
Von Frank Behling
Die „Aidanova“ wurde bei der Meyer Werft ausgedockt. Sie ist das erste Kreuzfahrtschiff mit LNG-Antrieb. Quelle: Frank Behling
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Papenburg

Den ersten großen Schritt auf dem Weg zur Jungfernfahrt hat der 337 Meter lange Koloss  absolviert. Fünf Schlepper zogen den rund eine Milliarde Euro teuren Neubau aus dem Hallendock der Papenburger Meyer Werft. Die Aktion dauerte fast vier Stunden und endete mit dem Festmachen des Schiffes an der Ausrüstungspier. Dort werden jetzt in den kommenden vier Wochen die ersten Tests mit dem Antrieb erfolgen. „Wir haben jetzt noch eine Menge Arbeit vor uns. Dazu gehört ganz besonders die Antriebstechnik“, sagte Werftsprecher Peter Hackmann bei dem Ausdocken.

Für die Versorgung des Schiffes mit Energie sorgen vier in Kiel-Friedrichsort bei Caterpillar entwickelte Motoren des Typs MaK M46DF. Diese Dualfuel-Motoren wiegen jeweils 200 Tonnen und können zusammen fast 62 Megawatt Leistung für die elektrischen Antriebsmotoren sowie den Bordbetrieb liefern.

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Typschiff der Helios-Klasse

Als Haupttreibstoff später verflüssigtes Erdgas (LNG) dienen, das in Häfen aus anderen Schiffen übernommen wird. Für die Versorgung hat die Reederei Aida bereits ein Abkommen mit dem Energiekonzern Shell abgeschlossen. Beim Probebetrieb an der Werft in Papenburg erfolgt die Versorgung über eine landseitige Station. Die erste Betankung mit LNG aus einem Versorgungsschiff ist erst nach der Emsüberführung in der zweiten Septemberhälfte im niederländischen Hafen Emshaven geplant. 

Die für 6554 Passagiere ausgelegte „Aidanova“ ist mit einer Vermessung von 183900 BRU das größte bislang in Deutschland gebaute Schiff. Der Neubau ist das Typschiff der Helios-Klasse, von der die beiden Meyer Werften in Papenburg und Turku bereits neun Aufträge haben.

Die „Aidanova“ war am Dienstag erst vom Naturschutzbund Deutschland (Nabu) auf den Spitzenplatz des Kreuzfahrtrankings gesetzt worden, da der Antrieb des Schiffes so wenig Schadstoffe ausstoßen soll wie kein anderes bislang gebautes Kreuzfahrtschiff.