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Wirtschaft Brexit kostet uns 99 Euro pro Kopf
Nachrichten Wirtschaft Brexit kostet uns 99 Euro pro Kopf
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22:30 21.03.2019
Von Ulrich Metschies
Foto: Die Aussichten verfinstern sich: Das Vereinigte Königreich ist wichtiger Export-Markt für Schleswig-Holstein.
Die Aussichten verfinstern sich: Das Vereinigte Königreich ist wichtiger Export-Markt für Schleswig-Holstein. Quelle: Wolfgang Kumm
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Kiel

Bei einem Brexit mit Abkommen, so die Autoren, wären die Einkommenseinschnitte deutlich geringer – im Fall Schleswig-Holsteins lägen sie bei 55 Euro je Einwohner. Ein Brexit treffe besonders stark Regionen mit einem hohen Anteil an mittelständischen Unternehmen, so die Studie.

Großbritannien ist unser viertwichtigster Exportmarkt

Großbritannien ist für Schleswig-Holstein der viertwichtigste Exportmarkt. Zuletzt hatten die Handelsbeziehungen jedoch stark gelitten: Die Ausfuhren Schleswig-Holsteins ins Vereinigte Königreich brachen 2018 um 13,5 Prozent ein. Besonders wichtig ist der britische Markt für Chemieunternehmen, Mineralölindustrie, Pharmahersteller, Maschinenbau, Landwirtschaft und Lebensmittelhersteller im Norden.

Pharma, Chemie und Maschinenbau besonders betroffen

Das Wirtschaftsministerium in Kiel erwartet die größten Einbußen für das Hamburger Randgebiet. Insgesamt kämen besonders auf Medizinhersteller und Maschinenbauer „deutliche Herausforderungen zu“. Für Mecklenburg-Vorpommern prognostiziert die Studie im Fall eines harten Brexit einen Einkommensverlust von 70 und für Hamburg von 170 Euro je Einwohner. Zum Vergleich: Einzelne Regionen in Großbritannien müssen Verluste bis zu 1000 Euro verkraften.

IHK: Indirekte Folgen nicht abschätzbar

Von einer „sehr ernsten“ Stimmung in vielen Unternehmen berichtet Werner Koopmann, Brexit-Koordinator der IHK Schleswig-Holstein. Für „Bedrohungsszenarien“ sei es noch zu früh, allerdings könnten die Folgen des Brexit auch für Unternehmen gravierend ausfallen, die keine enge Handelsverbindung mit Großbritannien pflegen: „Die Arbeitsteilung in der EU ist sehr ausgeprägt, sodass sich die indirekten Folgen eines Brexit überhaupt nicht abschätzen lassen.“