Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Wirtschaft Vossloh soll weiter wachsen
Nachrichten Wirtschaft Vossloh soll weiter wachsen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:23 28.08.2019
Von Ulrich Metschies
Gut ausgelastet, aber mit Verlusten: das neue Lokwerk von Vossloh in Kiel-Suchsdorf. Quelle: Uwe Paesler
Kiel.

Es war der Tag danach – und natürlich gab es viele Fragen. Nachdem am Montag bekannt geworden war, dass der chinesische Konzern CRRC die defizitäre Lok-Sparte von Vossloh übernehmen wird, informierte gestern Bernd Hoppe, Vorsitzender der Geschäftsführung der Vossloh Locomotives GmbH, die Kieler Belegschaft über den Stand der Dinge. Und die sind noch in der Schwebe: Der Vertrag ist zwar unterschrieben, doch über Details wird verhandelt. Auch müssen das Kartellamt und chinesische Behörden dem Deal noch zustimmen. Bis zum „Closing“ – dem rechtsverbindlichen Abschluss des Verkaufes an die Tochtergesellschaft CRRC ZELC – kann es Monate dauern. 

Künftiger Eigentümer zeigte sich nicht

Hoppe versicherte der Belegschaft, dass der Produktionsstandort in Kiel und das europäische Servicegeschäft weiter wachsen sollen: „Das vorrangige Ziel ist, die Ingenieurskompetenz für die Produktion bestehender Produkte zu erhalten und Produktneuentwicklungen, etwa im Bereich Dual-Mode-Lokomotiven, im partnerschaftlichen Verbund mit CRRC ZELC zu forcieren.“ Dabei sehe man sowohl im Einkauf als auch Vertrieb „wertvolle Synergien“. Von Job-Garantien war nicht die Rede. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die darauf gehofft hatten, dass der künftige Eigentümer persönlich Flagge zeigen würde, sahen sich enttäuscht. 

Lesen Sie hier auch den Kommentar von Ulrich Metschies.

Chinesen sichern sich Markt-Zugang

Die China Railway Rolling Stock Corporation mit Sitz in China ist mit rund 38 Milliarden US-Dollar Umsatz der größte Schienenfahrzeughersteller der Welt. Mit der Übernahme der Kieler Lokomotivfabrik haben die Chinesen das, was sie schon lange suchen: ein Standbein in Deutschland und damit im wichtigen europäischen Markt. Vossloh Locomotives produziert zwar mit dieselhydraulischen und -elektrischen Antrieben sehr spezielle Fahrzeuge. Doch Kiel beherrscht die komplizierten Zulassungsprozesse für Europas Eisenbahnen. Das ist extrem wichtig für den Marktzugang.

Auch die Politik begrüßt den Verkauf

Nachdem sich die IG Metall bereits am Vortag erleichtert über den Verkauf geäußert hatte, zeigte sich gestern auch die Politik optimistisch zur Zukunft der rund 390 Festangestellten und 90 Leihkräfte. Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) hält sogar einen Stellenzuwachs für denkbar: „Der Verkauf an den weltgrößten Bahnkonzern bietet dem Standort Kiel gute Chancen.“ Zuversicht auch bei Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD): „Ich freue mich für die Beschäftigten, dass nun die Phase der Unsicherheit vorbei ist.“ Mit einem starken Konzern im Rücken werde das Unternehmen seine Position auf den europäischen Märkten „deutlich stärken“. Kämpfer erwartet, dass Vossloh Locomotives mit Unterstützung von CRRC in Zukunftstechnologien investieren kann und sich dadurch die Wettbewerbsposition des Kieler Werkes nachhaltig verbessern wird. 

Bei “Cum Ex” bekamen Investoren Steuern erstattet, die sie gar nicht gezahlt hatten. Ob das illegal war oder nur dreist, soll bald geklärt werden. Bei der Deutschen Börse kam es nun zu einer Razzia, die andeutet: Der Kreis der Beteiligten dürfte groß gewesen sein.

27.08.2019

Der angeschlagene Windkraftanlagenbauer Senvion sucht einen Investor. Ob einer gefunden wurde, ist fraglich. Für Mittwoch hat das Unternehmen Mitarbeiterversammlungen in Hamburg, Osterrönfeld (Kreis Rendsburg-Eckernförde) und Bremerhaven einberufen.

27.08.2019

Wenn Umweltaktivistin Greta Thunberg am Mittwoch die US Ostküste erreicht, ist auch Technik aus Kiel dabei. Dabei handelt es sich um ein "OceanPack" von der Firma SubCTech aus dem Kieler Gewerbegebiet Wellsee.

Frank Behling 27.08.2019