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Wirtschaft Plötzlich ein neuer Stromanbieter
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12:03 28.02.2018
Von Jan von Schmidt-Phiseldeck
Manchmal genügen schon Zählernummer und Zählerstand: Mit vom Kunden ungewollten Vertragswechseln versuchen dubiose Direktvertriebler für Energieversorger Kasse zu machen. Quelle: Jens Büttner/dpa
Kiel

„Da wird gelogen und betrogen“, sagt Julia Buchweitz von der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein (VZSH). Dem zunehmenden Problem untergeschobener Energieverträge wollen Verbraucherschützer nun einen Riegel vorschieben. „Werber unseriöser Wettbewerber erschleichen sich immer wieder mit dem ,Stadtwerke-Trick’ das Vertrauen der Kunden, behaupten, mit uns zusammenzuarbeiten“, sagt Stadtwerke-Sprecher Sönke Schuster. Kunden würden aktuell berichten, am Telefon nach Zählernummer und -stand gefragt zu werden – „zum Beispiel mit der Begründung, unser System sei abgestürzt und man müsse die Daten abgleichen“. Mit diesen Daten könne dann ein ungewollter Anbieterwechsel vollzogen werden. 

Julia Buchweitz kennt solche Fälle aus der Beratungspraxis: „Zumeist sind das Callcenter-Mitarbeiter, die auch mal ohne Wissen ihres Auftraggebers versuchen, so Abschlussprovisionen zu bekommen.“ Es komme aber auch vor, dass unseriöse Vermittler direkt vor Ort in den Kellern von Mietshäusern Zählernummer ablesen würden. Zusammen mit dem Mietername und dem vermuteten örtlichen Stromanbieter genügten diese Angaben, „ohne nur einmal Ja gesagt oder etwas unterschrieben zu haben“. Zwar sei durch das Fernabsatzrecht ein Widerruf innerhalb von 14 Tagen möglich. Windige Unternehmen versuchten jedoch auch, bei diesen Fristen zu tricksen. „Hier in Schleswig-Holstein stößt ein solches Verhalten vielen Verbrauchern übel auf“, sagt Buchweitz.

Eine jetzt gestartete bundesweite Kundenumfrage zu untergeschobenen Verträgen für Strom- und Gaslieferungen des Marktwächters Energie soll Licht ins Dunkel bringen: Bei dem Gemeinschaftsprojekt der Verbraucherzentralen sollen Strategien der Vermittler zusammengetragen und Regelungen daraus abgeleitet werden. „Es würde zum Beispiel Sinn machen, dass Verträge künftig erst unterschrieben werden müssen und ab dann das Widerrufsrecht gilt“, sagt Buchweitz.

Weitere Informationen zum Thema gibt es hier.

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