Bilanzsumme nimmt zu: Sparkasse Südholstein auf Wachstumskurs
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20:49 29.01.2020
Von Thorsten Geil
Viele Mitarbeiter der Sparkasse Südholstein engagieren sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich. Gut 20 von ihnen zeigten das, zum Teil in ihren Uniformen und Kostümen, bei der Bilanz-Pressekonferenz. Sie stärkten den Vorstandsmitgliedern (von links) Eduard Schlett, Andreas Fohrmann und Martin Deertz den Rücken.
Viele Mitarbeiter der Sparkasse Südholstein engagieren sich in ihrer Freizeit ehrenamtlich. Gut 20 von ihnen zeigten das, zum Teil in ihren Uniformen und Kostümen, bei der Bilanz-Pressekonferenz. Sie stärkten den Vorstandsmitgliedern (von links) Eduard Schlett, Andreas Fohrmann und Martin Deertz den Rücken. Quelle: Thorsten Geil
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Neumünster

Das Kreditvolumen des Instituts stieg damit (um sechs Prozent) auf 4,51 Milliarden Euro. Im sechsten Jahr der Neuorganisation erzielte die „Südholstein“ Erträge von 138 Millionen Euro (Vorjahr: 135 Millionen). Trotz der schwierigen Situation verdiente sie im Geschäft mit den Zinsen annähernd soviel Geld wie im Vorjahr (97,3 Millionen). Dafür legte der Überschuss aus Provisionen deutlich zu, nämlich um 9,1 Prozent auf 39,6 Millionen Euro.

Nach Abzug der Kosten hat die Sparkasse im operativen Geschäft 40 Millionen Euro verdient, 4,2 Prozent mehr als im Vorjahr. „Das ist ein Rekordergebnis. Trotz der niedrigen Zinsen, der steigenden regulatorischen Anforderungen und der rasant fortschreitenden Digitalisierung sind wir mit dem Geschäftsjahr zufrieden“, sagte der Vorstandsvorsitzende Andreas Fohrmann gestern auf der Bilanz-Pressekonferenz in Neumünster.

Auch mehr Kundeneinlagen

Die Summe der Kundeneinlagen ist ebenfalls deutlich gestiegen (um 10,2 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro). Aber die Kunden schieben auch immer mehr Geld in renditeträchtigere Wertpapiere; 2019 waren es 248 Millionen Euro frisches Geld. Die Mitarbeiterzahl der Sparkasse ist 2019 erneut um 17 auf 890 gesunken; 2017 waren es noch 925, vor ein paar Jahren weit über 1000. Dies sei aber reine Fluktuation; man baue nicht weiter gezielt Stellen ab, so Fohrmann. Auch die Zahl der Filialen (28) solle stabil bleiben.

Strafzinsen bislang kein Thema

Über Strafzinsen für hohe Guthaben auf Girokonten von Privatkunden wird nach Angaben des Vorstands nicht nachgedacht. Gewerbliche Kunden müssen bei der Südholstein allerdings schon seit Jahren Zinsen zahlen, wenn sie mehr als 500000 Euro auf dem Konto haben.

Die Sparkasse Südholstein ging 2003 zunächst aus der Fusion der Kreissparkassen Pinneberg und Segeberg hervor. Zwei Jahre später kam die Vereinigung mit der Stadtsparkasse Neumünster; seitdem hat sie ihren Sitz auch dort.

Später war das Institut in zwei Phasen in wirtschaftliche Schieflagen geraten und musste von der Organisation der Sparkassen gestützt werden. Rund 200 Millionen Euro dieser Stützungsmittel haben die Neumünsteraner in den vergangenen fünf Jahren zurückgezahlt.

„Da sind keine befristeten Mittel mehr offen. Die letzten, noch sehr überschaubaren Summen werden planmäßig zurückgeführt. Das ist kein Thema mehr“, sagte Fohrmann, der 2014 das Ruder bei der Sparkasse in die Hand genommen und einen Sanierungskurs eingeleitet hatte. Fohrmann: „Wir fahren jetzt wieder einen klaren Wachstumskurs.“

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