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Wirtschaft Commerzbank plant Verschmelzung mit Comdirect
Nachrichten Wirtschaft Commerzbank plant Verschmelzung mit Comdirect
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11:58 27.09.2019
Die Commerzbank muss sparen - was auch Kunden treffen könnte. Quelle: Marius Becker/dpa
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Frankfurt/Main

Nach der Deutschen Bank will auch die Commerzbank mit einem radikalen Umbau in die Erfolgsspur zurückkehren. Nach der Zustimmung des Aufsichtsrates zur künftigen Strategie des teilverstaatlichten Instituts wollen Konzernchef Martin Zielke und Noch-Finanzvorstand Stephan Engels an diesem Freitag die tiefgreifenden Entscheidungen erläutern.

Dabei kündigte das Geldinstitut an, die Commerzbank und ihre in Quickborn ansässigen Marke Comdirect zusammenzulegen. Im aktuellen Geschäftsumfeld mache die Trennung keinen Sinn mehr, sagte Vorstandschef Martin Zielke am Freitag in Frankfurt. Das Geldhaus werde die Kräfte von Commerzbank und Comdirect bündeln "und im Vertrieb sowie im Marketing auf eine Marke setzen". So habe der Frankfurter MDax-Konzern einen noch stärkeren Hebel bei der Entwicklung von Smartphone-Apps. Die Banken sollten verschmolzen werden, betonte Finanzchef Stephan Engels.

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Die Commerzbank will die Comdirect, an der sie gut 82 Prozent hält, ganz übernehmen, da sich mit der Digitalisierung die Geschäftsmodelle angleichen. Den übrigen Aktionären der Comdirect bietet die Commerzbank nun 11,44 Euro je Anteilschein an, wie sie am Donnerstagabend mitteilte. Der Preis liegt 25 Prozent über dem letzten Comdirect-Schlusskurs vor Bekanntgabe der Pläne.

Ziel: Mehr als eine Million Neukunden

Das Institut steckt tief in der Krise - weshalb auf Kunden auch höhere Gebühren zukommen könnten. "Künftig wird die Commerzbank (...) Leistungen differenzierter bepreisen", heißt es etwas nebulös. Nähere Angaben wurden zunächst nicht gemacht. Im Privatkundengeschäft will die Commerzbank bis 2023 unterm Strich mehr als eine Million neue Klienten gewinnen.

Auch das Filialnetz mit etwa 1000 Standorten wird die Commerzbank ausdünnen. Etwa 200 Zweigstellen sollen geschlossen werden. Die Kosten für Stellenabbau und Filialschließungen beziffert die Commerzbank auf 850 Millionen Euro. Auf der anderen Seite will die Bank 750 Millionen Euro in die Digitalisierung stecken.

Commerzbank will "wetterfest" werden

Doch reichen wird das nicht - weshalb die Bank auch an anderen Stellen sparen muss. Das Eckpunktepapier des Aufsichtsrats sieht außerdem sieht den Abbau Tausender Stellen vor sowie den Verkauf von Tafelsilber. Damit reagiert die zweitgrößte Privatbank Deutschlands auf Zinstief, Digitalisierung und den Wettbewerb. Mit der Strategie Commerzbank 5.0 werde das Geldhaus "wetterfest", erklärte Zielke.+

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In den nächsten Jahren werden bei der Commerzbank konzernweit 4300 Vollzeitstellen gestrichen. Weil in strategischen Bereichen wie Vertrieb, IT und Regulatorik 2000 Jobs geschaffen werden, verbleibt unterm Strich ein Abbau von rund 2300 Stellen.

Im Frühjahr war der Versuch gescheitert, mit der Deutschen Bank einen Finanzriesen zu schmieden - nun muss sich die Commerzbank alleine beweisen. Die Deutsche Bank hatte schon Anfang Juli radikale Umbaupläne mit Milliardenkosten bekanntgegeben. Deutschlands größtes Geldhaus will bis 2022 rund 18 000 Stellen streichen und die Zahl der Vollzeitstellen auf etwa 74 000 senken.

Commerzbank kassiert Ertragsprognose

Die Commerzbank kassierte am Donnerstagabend zugleich ihre Ertragsprognose. Da sich das Marktumfeld gerade im Firmenkundengeschäft verschärft habe, seien 2019 "nicht länger steigende bereinigte Erträge" zu erwarten, hieß es. Bettina Orlopp soll neue Finanzchefin werden. Die 49-jährige bisherige Rechts- und Personalvorständin ist Nachfolgerin von Engels, der zur Danske Bank wechselt.

Um diese Gesamtkosten von 1,6 Milliarden Euro zu stemmen, soll Geld aus dem Verkauf der polnischen Tochter mBank genutzt werden. Die Online-Tochter Comdirect will die Commerzbank dagegen ganz übernehmen.

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RND/dpa