Corona-Folgen: Metall- und Elektroindustrie schöpft Hoffnung
Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Wirtschaft Metallbetriebe berappeln sich langsam
Nachrichten Wirtschaft Metallbetriebe berappeln sich langsam
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
19:44 23.06.2020
Von Ulrich Metschies
Von sprühender Zuversicht ist die Metallindustrie noch weit entfernt, doch die Kapazitätsauslastung steigt langsam wieder. Quelle: Bernd Wüstneck/dpa
Anzeige
Kiel.

Ohne staatliche Hilfsmechanismen allerdings sähe es in vielen Unternehmen finster aus: Mehr als jeder zweite Betrieb (53 Prozent) ist auf Kurzarbeit angewiesen, um das eigene Überleben zu sichern, weitere 35 Prozent steuern auf Kurzarbeit zu.

Bislang kaum Kündigungen

Die Zahl der Arbeitsplatzverluste hält sich daher in Grenzen: Lediglich drei Prozent der befragten Firmen mussten Kündigungen aussprechen. „Der Schiffbau, aber auch Maschinenbau und Zulieferindustrie haben im Norden offenbar die Talsohle der Krise erreicht“, sagt Nordmetall-Vizepräsident Robert Focke. Gleichzeitig laufe es in einzelnen Branchen wie der Medizintechnik sehr gut. Folge: Die Metall- und Elektroindustrie steht zwischen Nord- und Ostsee insgesamt besser da als in anderen Nord-Ländern. Die Angaben der Umfrage zu Schleswig-Holstein stammen von 60 Betrieben mit mehr als 17.000 Beschäftigten.

Anzeige

Auslastung zieht wieder leicht an

Als Zeichen einer zarten Erholung werten die Arbeitgeber vor allem eine wieder leicht steigende Kapazitätsauslastung. Sie liegt in Schleswig-Holstein mit 80 Prozent deutlich über dem norddeutschen Durchschnitt von nur 74 Prozent. Auch die Zukunftserwartungen deuten darauf hin, dass die Talsohle inzwischen durchschritten ist: Gut 31 Prozent der Betriebe erwarten, dass die Produktionsauslastung bis zum Jahresende wieder auf ein Niveau aus Vor-Corona-Zeiten zurückkehrt.

Azubis werden meist übernommen

In Schleswig-Holstein mussten nach aktuellen Zahlen 27 Prozent der Betriebe ihre Produktion stark oder sehr stark einschränken, weniger als im norddeutschen Durchschnitt. Immerhin 58 Prozent der Firmen wollen die Zahl ihrer Beschäftigten in den kommenden drei Monaten nicht verringern, 15 Prozent planen sogar wieder Neueinstellungen. Allerdings hält ein knappes Drittel der Betriebe (27 Prozent) Kündigungen für durchaus denkbar. Die gute Nachricht für den Nachwuchs: 76 Prozent der Unternehmen können ihre Auszubildenden ganz oder teilweise übernehmen, nur sechs Prozent nicht.

Branche baut weiter auf die Politik

Die Branche baut auf Unterstützung durch Politik und Gewerkschaften. Focke: „Jetzt müssen wir alles dafür tun, um Auftragslage und Weltmarktposition der schleswig-holsteinischen Industrie zu stärken.“ Nur so könne verhindert werden, „dass im Norden aus Kurzarbeitern im schlechtesten Fall Arbeitslose werden“.

Newsletter der Kieler Nachrichten

Kennen Sie schon die Post aus dem Newsroom? Den kostenfreien Newsletter der Kieler Nachrichten versenden wir Mo-Fr ab 17 Uhr. Hier können Sie sich für unser Mailing anmelden.

Sie interessieren sich für Holstein Kiel? Dann melden Sie sich hier für den Newsletter "Holstein Kiel - Die Woche" kostenfrei an. Versand: jeden Freitag, 11.30 Uhr.

Lesen Sie auch:

 Weitere Informationen zum Coronavirus erhalten Sie auf unserer Themenseite.

Mehr Nachrichten aus der Wirtschaft lesen Sie hier.