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Wirtschaft Plietsche Lösungen gesucht
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07:00 23.05.2019
Von Anne Holbach
Boris Woynowski (li.) und Tsitsi Roland rufen gemeinsam mit Oberbürgermeister Ulf Kämpfer dazu auf, sich für die Crossborder Innovation Challenge zu bewerben. Quelle: Landeshauptstadt Kiel
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Kiel

„Die Stadt Kiel hat gerade den Klimanotstand ausgerufen. Das zeigt, dass wir etwas tun müssen und plietsche Lösungen gefragt sind. Hierzu kann die Kultur- und Kreativwirtschaft etwas beitragen“, sagt Boris Woynowski von der Böll-Stiftung. Es gehe darum, die gemeinsame Zukunft der Ostseeanrainer zu gestalten und ökologische Herausforderungen anzupacken.

Die Bewerber-Ideen sollen sich mit Nachhaltigkeit befassen und gemeinwohlorientiert sein. Als Beispiel für solche Innovationen nannte Woynowski die Gründer von Goldeimer, die Komposttoiletten für Festivals entwickelt haben, oder Start-ups, die sich nicht nur um den Ersatz für Einwegbecher Gedanken machen, sondern auch um ein damit verbundenes Serviceangebot.

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Kämpfer gefällt Internationalität des Projekts

„Aus städtischer Sicht ist der Wettbewerb unterstützenswert, weil hier drei schöne Aspekte miteinander verknüpft werden. Es ist ein Projekt, was gut zur internationalen Strategie Kiels passt, weil hier über die deutsch-dänische Grenze hinweg zusammengearbeitet wird“, so Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD). Hinzu kämen die Themen Innovation und Social Entrepreneurship.

Kreativpotenzial von Kiel schon hoch

Kiel sei sich manchmal nicht dessen bewusst, wie groß das Kreativpotenzial der Stadt bereits sei, so Woynowski. Dabei sei an Orten wie der Alten Mu oder der Starterkitchen, viel Energie in der Luft zu spüren. Das von der EU geförderte deutsch-dänische Projekt „Vekselwirk“ will die kreativen Kompetenzen von den Städten Kiel, Lübeck, Kolding und Roskilde sichtbar machen und Akteure vernetzen.

Ideen müssen skalierbar sein

Woynowski betont, dass die eingereichten Ideen keine Eintagsfliegen sein sollen, sondern auch skalierfähig sein müssen. „Idealismus allein reicht nicht“, sagt Kämpfer. Gute Lösungen müssten nicht nur einen Umweltvorteil bieten, sondern eben auch als Geschäftsmodell taugen.

Bewerbung noch bis zum 31. Mai

Die ersten Bewerbungen für den Wettbewerb sind schon eingegangen, die Organisatoren wünschen sich bis zum 31. Mai aber noch viele mehr. Eingereicht werden können Ideen, die maximal fünf Jahre alt sind. Eine binationale Jury aus Politikern und Gründern bewertet die Einsendungen.

Im August werden die zwölf besten Bewerber auf dem Kieler Innovationsfestival ausgezeichnet. Der Preis ist nicht mit Geld dotiert, sondern die Gewinner bekommen kostenlosen Platz in Coworking Spaces sowie Beratung zu Themen wie Marketing und Finanzierung. Zudem soll es Show-Rooms in den vier Partnerstädten geben. In Kiel können die Sieger ihre Ideen beispielsweise im Pop-up-Pavillon auf dem Alten Markt präsentieren.