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Wirtschaft Hoher Schaden durch Mindestlohn-Verstöße
Nachrichten Wirtschaft Hoher Schaden durch Mindestlohn-Verstöße
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18:06 23.03.2018
Ein Reinigungswagen steht in einem Bürogebäude. Quelle: Ralf Hirschberger/dpa
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Hamburg/Kiel

Wie der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) am Freitag mitteilte, werden den Arbeitnehmern in Hamburg, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern Schätzungen zufolge mindestens 470 Millionen Euro und den Sozialkassen rund 80 Millionen Euro vorenthalten. Von dieser Summe habe Schleswig-Holstein mit 222 Millionen Euro den größten Schaden zu verzeichnen, gefolgt von Hamburg mit 204 Millionen und Mecklenburg-Vorpommern mit rund 123 Millionen. Bundesweit liege der Schaden bei mindestens 7,6 Milliarden Euro. 

"Immer noch versuchen manche Arbeitgeber, mit Sozialbetrug ihre Renditen zu erhöhen", monierte DGB Nord-Chef Uwe Polkaehn. Wer den Mindestlohn jedoch nicht zahle, bestehle nicht nur seine Beschäftigten, sondern auch die Gemeinschaftskassen und die Mitbewerber, die fair entlohnten. Er fordere daher eine bessere personelle Ausstattung der Finanzkontrolle Schwarzarbeit des Zolls (FKS), um regelmäßige Kontrollen zu gewährleisten.

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Neuen Auswertungen zufolge haben laut DGB 2016 rund 2,2 Millionen Beschäftigte im Bundesgebiet weniger als den gesetzlichen Mindestlohn erhalten. Dies entspreche Mindereinnahmen von im Schnitt 251 Euro monatlich. Laut einer Studie des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) seien Frauen von den Umgehungen mehr als doppelt so häufig betroffen wie Männer. Zudem komme es im Osten öfter zu Gesetzesbrüchen als in Westdeutschland.

Von dpa

Ulrich Metschies 23.03.2018