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17:12 25.08.2018
Von Frank Behling
Die dänische Maersk Line baut ihre Containerlinien in der Ostsee aus. Zu der "Volga Maersk" (Foto) kommt im September das Schwesterschiff "Venta Maersk" als erster Frachter dieser Art durch die Nordostpassage in die Ostsee. Quelle: Frank Behling
Kopenhagen

Der brandneue dänische Containerfrachter „Venta Maersk“ soll Dienstag vom koreanischen Hafen Busan Kurs auf Europa nehmen. Der 200 Meter lange Frachter nimmt statt der Südroute über Singapur und Suez den Weg durch die Beringstraße.

Es wird das erste Mal sein, dass ein so großes Containerschiff diesen Seeweg durch die arktischen Gewässer Russlands wählt. Das Ziel der Reise ist am 27. September St. Petersburg. Als erster Hafen in Europa soll am 22. September Bremerhaven angelaufen werden.

Elektronik und Fisch an Bord

Bei der Fahrt durch die Nordostpassage wird die „Venta Maersk“ Container mit Elektronik und Mineralien sowie Fisch aus Asien in die Ostsee bringen.

Der Weg durch die Nordostpassage über Laptevsee, Karasee und Nordmeer ist um ein Drittel kürzer als die Suez-Kanal-Route. Damit spart das Schiff gut eine Woche auf dem arktischen Seeweg.

Das für die Eisfahrt speziell verstärkte Containerschiff soll für die Maersk Line diesen Seeweg aber nur testen, teilt eine Sprecherin der Reederei in Kopenhagen mit. Ein Liniendienst von Ostasien über diesen russischen Seeweg nach Europa sei bislang nicht geplant.

Für die Ostsee optimiert

Die „Venta Maersk“ wurde bei der Werft COSCO Zhoushan in China gebaut und wird zukünftig mit sechs Schwesterschiffen in Kurzstreckenverkehr in Nordeuropa zum Einsatz kommen. Die als „Baltic Feeder“ bezeichneten Einheiten sind für die Bedürfnisse in der Ostsee optimiert. Der 200 Meter lange und 35,2 Meter breite Rumpf der "Venta Maersk" kann bis zu 3596 Standardcontainer aufnehmen.

Die in Dänemark registrierten Schiffe sind mit einem Tiefgang von 11 Metern für die großen Containerhäfen im Ostseeraum optimiert. Der Nord-Ostsee-Kanal spielt bei Maersk für diese Schiffe jedoch keine Rolle mehr. Die Kurven des Kanals sind zu eng für die 35,2 Meter breiten Rümpfe und mit elf Metern Tiefgang übertreffen die Schiffe das derzeitige Kanallimit von 9,5 Metern deutlich.

Nach der Ankunft in Europa stößt die „Venta Maersk“ zu den bereits in der Ostsee eingesetzten Schwesterschiffen „Volga Maersk“, „Vistula Maersk“ und „Vayenga Maersk“. Drei weitere Schiffe folgen in den kommenden Monaten noch aus China.

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