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Wirtschaft Bei den Aktien liegt der Norden vorn
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09:00 27.08.2018
Von Ulrich Metschies
Insgesamt sind die Deutschen weiterhin Aktienmuffe, urteilt der "Anlage-Atlas" der Comdirect-Bank. Quelle: Frank Rumpenhorst
Kiel

Mit einer Aktienquote von 13 Prozent liegt Schleswig-Holstein zwar bundesweit auf Rang zwei, gleich nach Hamburg (14 Prozent) – doch profitiert der Norden massiv von der positiven Ausstrahlung der wirtschaftsstarken Nachbarmetropole: So hat der Kreis Stormarn mit 23 Prozent die höchste Aktionärsdichte im Land, während das strukturschwache Dithmarschen lediglich auf sieben Prozent kommt.

Wie aus dem „Anlage-Atlas“ der Comdirect-Bank (Quickborn) weiter hervorgeht, zeigt sich bei der Verteilung des Wertpapierbesitzes nicht nur ein ausgeprägtes Gefälle zwischen Ost und West, sondern auch im Norden ein gewaltiger Unterschied zwischen größeren Städten und ländlichen Kreisen. So kommt die mit Armuts- und Segregationsproblemen kämpfende Landeshauptstadt Kiel auf eine Aktionärsquote von lediglich drei Prozent, während in den umliegenden Kreisen Plön und Rendsburg-Eckernförde jeder fünfte Einwohner auf Unternehmensanteile setzt.

Einkommensunterschiede sorgen für Stadt-Land-Gefälle

Auch in den anderen kreisfreien Städten liegt die Quote zum Teil deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von etwa acht Prozent, wobei jedoch Lübeck mit sechs Prozent Kiel deutlich in den Schatten stellt. Als Grund für das Stadt-Land-Gefälle vermuten die Autoren vor allem Einkommensunterschiede. So ist in vielen Umlandgemeinden größerer Städte der Anteil gut verdienender Haushalte mit eigener Immobilie überdurchschnittlich hoch. Auch die Tatsache, dass es immer mehr wohlhabende Senioren in attraktive Küstenregionen zieht, könnte sich in den Zahlen niederschlagen.

Aus Sicht des von der Finanzbranche finanzierten Deutschen Aktieninstitutes (DAI/Frankfurt) gibt es im Wesentlichen drei Gründe für die anhaltend niedrige Aktienquote in Deutschland: mangelnde Erfahrung, fehlende ökonomische Bildung, ausgeprägte Risikoscheu und diskriminierende steuerlichen Rahmenbedingungen. So würden Aktienerträge auf Unternehmens- und Anlegerseite besteuert, Zinsen von festverzinslichen Papieren nur beim Anleger.

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