Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Wirtschaft Berlin lässt die Reeder zappeln
Nachrichten Wirtschaft Berlin lässt die Reeder zappeln
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
10:50 19.08.2019
Von Frank Behling
Strom aus der Steckdose am Hafen: Auch in Kiel wird das für die großen Fähren angeboten. Quelle: Ulf Dahl
Kiel.

Beim Maritimen Sommertreff in Kiel nutzte Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) die Chance für eine Standortbestimmung – und teilte dabei auch kräftig in Richtung Bundeswirtschaftsministerium aus.

Vor mehr als 300 Gästen kritisierte Buchholz das langsame Tempo bei der Unterstützung der maritimen Wirtschaft durch das von seinem CDU-Kollegen Peter Altmaier geführte Ministerium in Berlin. Es sei wichtig, dass die Schifffahrt den Landstrom ohne die im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) geforderte Umlage beziehen kann. Der Landstrom ist mit EEG-Umlage bis zu viermal teurer als der mit Dieselgeneratoren erzeugte Strom.

Entscheidungen werden regelmäßig vertagt

Bereits vor einem Jahr hatte das Bundeswirtschaftsministerium seine Zustimmung signalisiert, die Kosten für Reeder zu senken – bislang ohne greifbares Ergebnis. „Wir tun viel in Kiel und Hamburg für Landstromanlagen. Deshalb ist es so wichtig, dass die EEG-Umlage angepasst wird“, so Buchholz. Entsprechende Zusagen gebe es seit dem Winter. „Ich würde jetzt gern an dieser Stelle lobende Worte über das Bundeswirtschaftsministerium sagen. Doch was mir als Maximum der Kommentierung einfiele, wäre allenfalls eine Schweigeminute“, lästerte Buchholz unter dem Beifall der Gäste.

Die Entscheidungen und Vorbereitungen für ein Absichtsabkommen im Bundeswirtschaftsministerium würden regelmäßig vertagt. „Erst war es im Mai geplant, dann hieß es August. Jetzt ist das Abkommen auf Oktober verschoben. Was kann daran eigentlich so lange dauern, wenn selbst der Europäische Gerichtshof inzwischen festgestellt hat, dass die Ausnahme von der EEG-Umlage für Schiffe beihilferechtlich vollkommen rechtskonform ist“, fragte Buchholz.

LNG als Treibstoff der Zukunft

Zweites großes Thema für den Minister: die Einführung von verflüssigtem Erdgas als Schiffstreibstoff. „Wem wirklich am Klimaschutz gelegen ist, wer wirklich eine saubere Schifffahrt will, der kann LNG nicht verteufeln“, erklärte Buchholz, der sich dabei mit Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) völlig einig ist. „Wir müssen die Schifffahrt sauberer machen. LNG ist dabei wichtig“, sagte der Gast aus der Hansestadt. Mit Blick auf die von Umweltverbänden angeführte Kritik am Fracking-Gas, entgegnete Tschentscher, dass durch die neuen Strom-trassen theoretisch auch Atom-Strom geleitet werden könnte.

Wasserstoff als Treibstoff sieht Buchholz nicht als Lösung – und auch daran sei Berlin nicht unschuldig: „Wenn der Strom aus Windkraft für die Erzeugung von Wasserstoff als Treibstoff mit Mehrwertsteuer und EEG besteuert wird, dann macht das alles keinen Sinn. Niemand wird dann Wasserstoff benutzen.“

Für Schaulustige war es ein Spektakel: Ein funkelnagelneuer Containerriese, der tragkräftigste der Welt, macht in Bremerhaven fest. Doch die Gigantomanie im Schiffbau bereitet auch Probleme.

19.08.2019

Trump soll tatsächlich Interesse an einem Kauf Grönlands haben. Das bestätigte jetzt sein Wirtschaftsberater - und nennt das Motiv für die Kaufmotivation des US-Präsidenten.

18.08.2019

Schleswig-Holsteins Rüstungsindustrie hat beim Personal zugelegt. 6400 Menschen arbeiten direkt in diesem Sektor, wie Branchenvertreter am Freitag in Kiel berichteten. Dies sei der Höchststand seit 1992. Probleme sind Mangel an Fachpersonal und zu strenge Auflagen bei den Exportgenehmigungen.

Frank Behling 16.08.2019