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22:12 25.04.2016
Von Anne Holbach
Zu viele Stickoxide? 630 000 Autos sind betroffen. Quelle: dpa
Berlin/Kiel

Bei 630000 Diesel-Fahrzeugen unter anderem von Audi, Mercedes, Opel und Porsche soll technisch nachgebessert werden – allerdings auf freiwilliger Basis. Dem ökologisch orientierten Verkehrsclub Deutschland (VCD) ist das viel zu wenig.

Nachprüfungen des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) ergaben, dass mindestens 22 Diesel-Modelle verschiedenster Hersteller mit ihrem Stickoxid-Ausstoß deutlich über den erlaubten Grenzwerten lagen. Alle deutschen Autobauer außer BMW sind laut KBA davon betroffen, die Liste geht quer durch alle Fahrzeugklassen. Die Wagen überschritten demnach die Grenzwerte, weil sie die Abgasreinigung bei bestimmten Temperaturen über das zum Motorschutz notwendige Maß herunterregelten. Das ist zwar legal, belastet die Umwelt aber mehr als nötig. Die Autobauer haben sich schriftlich dazu verpflichtet, die beanstandeten Wagen zurückzurufen, tun das aber freiwillig. Auch die Autobesitzer können das Problem in der Werkstatt beheben lassen – müssen es aber nicht.

Hier sehen Sie, welche Modelle betroffen sind:

Kategorie III: "Illegale Abschalteinrichtungen"

  • Beetle 2.0
  • Golf Plus 1.6
  • Passat 2.0
  • Polo 1.2

Kategorie II: Prüfer haben "Zweifel" bei:

  • Alfa Romeo Giulietta 2.0 l Euro 5
  • Audi A6 V6 3.0 l Euro 5
  • Chevrolet Cruze 2.0 l Euro 5
  • Dacia Sandero 1.5 l Euro 6
  • Fiat Ducato 3.0 l Euro 5
  • Ford C-Max 1.5 l und 2.0 l Euro 6
  • Hyundai ix35 2.0 l Euro 5
  • Hyundai i20 1.1 l Euro 6
  • Jaguar XE 2.0 l Euro 6
  • Jeep Cherokee 2.0 l Euro 5
  • Land Rover Range Rover 3.0 l Euro 5
  • Mercedes V 250 Bluetec 2.1 l Euro 6
  • Nissan Navara 2.5 l Euro 5
  • Opel Insignia 2.0 l
  • Opel Zafira 1.6 l Euro 6
  • Porsche Macan 3.0 l V6 Euro 6
  • Renault Kadjar 1.6 l und 1.5 l Euro 6
  • Suzuki Vitara 1.6 l Euro 6
  • Volkswagen Amarok 2.0 l N1 Euro 5
  • Volkswagen Crafter 2.0 l N1 Euro 5

Die freiwillige Selbstverpflichtung der Autohersteller reicht dem Verkehrsclub Deutschland nicht. Wenn die Aktion nicht verpflichtend sei, werde sie schnell im Sande verlaufen, meint Rainer Schneider aus dem Vorstand des VCD-Landesverbandes Nord. Wenn die Fahrzeuge weiterhin ihre Abgase in die Luft pumpten, sei das „Beihilfe zu millionenfacher Körperverletzung“, so Schneider, der eine „konsequente Aufarbeitung“ verlangt.

Die Diesel-Fahrer im Norden reagieren noch gelassen, bei den Autohäusern in der Region meldeten sich am Montag nur wenige besorgte Kunden. Der ADAC berät nach eigenen Angaben seit der VW-Affäre zwar täglich zu diesem Thema, seit dem neuen KBA-Bericht seien die Anfragen aber nicht gestiegen. Laut Jan-Nikolas Sontag, Geschäftsführer des Landesverbandes des Kfz-Gewerbes, sind Autobesitzer und Werkstätten noch in Wartehaltung, solange unklar sei, was bei welcher Marke überhaupt umgerüstet werden müsse. „Bei einigen Modellen wird es mit einem kleinen Software-Update getan sein, bei anderen könnte ein größerer Eingriff nötig sein“, so Sontag. Betroffene Halter werden vom Hersteller informiert. Bis sie Bescheid bekommen, kann es aber noch Wochen oder Monate dauern.

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