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21:45 11.06.2009
Kiel

Nicht alles, was technisch möglich ist, ist juristisch erlaubt. Und vieles ist zwar legal und wird von bestimmten Nutzern mit Begeisterung aufgenommen, stößt aber bei Daten- und Verbraucherschützern zumindest auf Skepsis. Das wurde auch bei der Veranstaltung „Kieler Perspektiven - Google Maps und Alternativen“ im Kieler Technologiezentrum (KITZ), wo neben dem viel diskutierten Google StreetView auch die Projekte OpenStreetMap (www.openstreetmap.com) und Kreuzungsperspektive (www.kreuzungsperspektive.de) sowie Datenschutzaspekte diskutiert wurden.

Nicht nur der Suchmaschinengigant Google sammelt fleißig Geodaten. Bei OpenStreetMap kann - ähnlich wie beim Internetlexikon Wikipedia - jeder mitmachen. Allein in Kiel gibt es nach Angaben von Steffen Voß, Referent bei der SPD für Online-/Socialmedia, rund 20 eifrige Hobbykartografen, die mit GPS-Empfängern jeden Meter ihrer Stadt vermessen. Die erfassten Daten werden über den Computer ausgelesen, in die Datenbank von OpenStreetMap überspielt und später über professionelle Zeichenwerkzeuge zu perfekten Karten verarbeitet.

Das Spannende an dieser Form von Mitmachinternet: Es lassen sich Karten für alle erdenklichen Zwecke generieren. Die Freiwilligen Feuerwehren im Lande bestücken das System mit den Wasserhydranten und können damit im Ernstfall gezielt den nächsten Wasserspender ansteuern. Andere erfassen alle Briefkästen in einer Stadt, die nächste Sparkasse, Einkaufsmöglichkeiten oder einen Restaurantführer. Wie bei Wikipedia korrigieren sich die Nutzer gegenseitig und machen den kommerziellen Anbietern mit ihrer Perfektion gehörig Konkurrenz.

Das räumte auch Stefan Keuchel von Google ein: „Ich gehe davon aus, dass OpenStreetMap sich in einigen Jahren zu der besten Karte der Welt entwickelt, weil die Weisheit der Masse in dieses Projekt einfließt.“ Der Pressesprecher musste sich erwartungsgemäß vielen kritischen Fragen zum viel diskutierten Google-Projekt StreetView stellen, bei der alle Straßenzüge einer Stadt fotografiert werden und später zu dreidimensionalen fotorealistischen Spaziergängen im Internet einladen. „Wir haben Verständnis für die Sorgen beispielsweise von Hausbesitzern oder anderen, die um ihre Privatsphäre fürchten“, erklärte Keuchel dieser Zeitung. „Beim Anblick des Google-Autos dachten einige sogar, der BND oder die GEZ wollten Schwarzseher ausfindig machen“.

Keuchel warb für die vielen Vorteile von StreetView, das nicht nur für den Tourismus ideal sei. Zum Vorwurf, dass sein Unternehmen erst vollendete Tatsachen schaffe, ehe mit Datenschützern verhandelt wurde, sagte der Pressesprecher: „Wenn Google beim Aufbau seiner Suchmaschine erst jeden Webseitenbetreiber hätte fragen müssen, ob er seine Erlaubnis dazu gibt, gäbe es Google heute nicht.“ Trotzdem habe sich Google auf die deutsche Sensibilität eingestellt: „In allen anderen Ländern können Nutzer über eine Beschwerdefunktion erst Bilder von ihren Häusern oder Personen sperren lassen, wenn diese schon im Netz sind. Hierzulande geht das im Vorwege: www.maps.google.de/streetviewinfo

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