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Wirtschaft Vier Millionen Euro für den Ackerbau 4.0
Nachrichten Wirtschaft Vier Millionen Euro für den Ackerbau 4.0
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21:27 18.10.2019
Von Sebastian Ernst
Jonas Reinhardt (li.) von Traser Software erklärt Digitalisierungs- und Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht die neue VR-Brille. Quelle: Ulf Dahl
Osterrönfeld

Das Projekt „Betriebsleitung- und Stoffstrommanegement - vernetzte Agrarwirtschaft in Schleswig-Holstein“, kurz BeST SH, ist für drei Jahre angesetzt.

Mit dem Projekt komme Schleswig-Holstein eine Vorreiterrolle zu, sagte Albrecht am Freitag bei der Auftaktveranstaltung des Projekts. „Damit sind wir in Schleswig-Holstein diejenigen, die die Digitalisierung im Bereich der Landwirtschaft angehen“, so der Grünen-Politiker weiter.

Unter dem durchaus sperrigen Namen verbirgt sich eine Kooperation verschiedener Institutionen. Der Fachbereich Agrarwirtschaft der Fachhochschule Kiel, das Institut für landwirtschaftliche Verfahrenstechnik der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel, die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, die Deula Schleswig-Holstein und das Berufsbildungszentrum am Nord-Ostsee-Kanal beteiligen sich am Projekt.

„Davon verspreche ich mir, dass wir am Grünen Kamp einen Anlaufpunkt für Digitalisierung in der Landwirtschaft aufbauen“, sagte Albrecht. „Wir haben in Schleswig-Holstein ein riesiges Potenzial in dem Bereich und eine große Szene, die sich mit Digitalisierung beschäftigt.“

„Durch diese Datensammlung können wir einen Digitalen Zwilling erstellen“

In einem ersten Schritt sollen in Zusammenarbeit mit sieben Leuchtturmbetrieben aus der Landwirtschaft verteilt im ganzen Bundesland 200 Hektar „Digitale Felder“ entstehen. Dabei werden Anbauflächen mit Sensoren und Routern ausgestattet, die verschiedene Daten erheben. Weitere Informationen sollen GPS, Wetterstationen, Satellitenbilder und Drohnen erheben.

„Mit den Sensoren kann man millimetergenau feststellen, was der Boden braucht“, so Albrecht. „Das kann kein Mensch, das kann nur die Sensorik.“ Durch die Erkenntnisgewinne aus den erhobenen Daten könne man Prozesse, etwa das Düngen der Felder, individuell anpassen und somit nachhaltiger und umweltfreundlicher arbeiten. „Durch diese Datensammlung können wir einen sogenannten Digitalen Zwilling erstellen“, erklärte Jan Henrik Ferdinand von der FH Kiel. Daran anschließend könne man virtuell verschiedene Szenarien durchspielen.

360-Grad-Kameras und VR-Brillen sollen Landwirtschaft transparenter machen

Außerdem sollen neue Technologien genutzt werden, um die Arbeitsweise der Landwirte für alle begreifbar zu machen. „Wir platzieren 360-Grad-Kameras auf Landwirtschaftsmaschinen, im Kuhstall und im Pflanzenbestand“, sagte Ferdinand. „Dadurch kann jeder sehen, wie es aussieht, wenn ein Landwirt pflügt oder wie eine Kuh gemolken wird.“

Ausgespielt werden sollen diese Aufnahmen auf Virtual-Reality-Brillen. „In einer Schulklasse kann man damit simulieren, wie zum Beispiel Weizen auf verschiedenen Böden wächst“, so Ferdinand. Partner für die Entwicklung dieser VR-Konzepte ist das Kieler Unternehmen Traser Software. „Aktuell haben wir eine VR-Brille im Angebot, mit der per Videoübertragung Reparaturen beispielsweise an Traktoren unterstützt werden können“, sagte Jannes Köhler, Produktmanager Mobile Applikationen bei Traser. Wie die Zusammenarbeit im BeST-SH-Projekt aussehen könnte, sei aber noch offen. „Da sind wir selbst gespannt“, so Köhler.

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60 Millionen Euro für die Digitalisierung

Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft hat bis zum Jahr 2022 insgesamt 60 Millionen Euro für die Digitalisierung und Modernisierung im gesamten Bundesgebiet bereitgestellt. Ein Großteil des Geldes soll in die Etablierung von digitalen Test- und Experimentierfeldern auf landwirtschaftlichen Betrieben fließen. Bundesweit werden 14 Projekte gefördert, eins davon in Schleswig-Holstein. „Wir untersuchen bundesweit, wie digitale Techniken optimal zum Schutz des Klimas und der Umwelt eingesetzt werden können“, sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU). Knapp vier Millionen Euro gehen in das Projekt „Betriebsleitung und Stoffstrommanagement – vernetzte Agrarwirtschaft in Schleswig-Holstein.“

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