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Wirtschaft Discountpreise auf hoher See
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07:54 12.08.2009
Kiel

Von Unruhe ist bei Rudolph dennoch keine Spur - jedenfalls noch nicht. „Wir müssen natürlich etwas tun und auf den Markt reagieren“, sagt er. Im Moment gebe es bei der Auslastung der beiden 224 Meter langen Kreuzfahrtfähren „Color Fantasy“ und „Color Magic“ mit ihren jeweils 1000 Kabinen keine Probleme. „Wir sind jetzt in der Ferienzeit fast jeden Tag ausgebucht“, so Rudolph.

Nach 100 Tagen als Geschäftsführer fällt seine erste Bilanz daher auch positiv aus: „Die Stadt Kiel ist schön“, sagt der Ahrensburger und blickt von seinem Schreibtisch im Norwegenkai durch die getönten Scheiben auf das Stadtpanorama. Doch diesen Ausblick haben nicht mehr alle Mitarbeiter der Reederei. Ein riesiges Plakat klebt auf der Glasfront und wirbt für Überfahrten zum Schnäppchenpreis von 99 Euro - in einigen Discountern gibt es sogar Kontingente zum Preis von 89 Euro. Damit hat sich der Preis für die günstigste Kabinenkategorie auf „Color Magic“ und „Color Fantasy“ in drei Jahren fast halbiert. Mit diesen Angeboten rüstet sich die Reederei für die Jahreszeit, in der der Oslofjord nur als schemenhafte Kulisse im grauen Halbdunkel am Bullauge vorbeizieht.

Die Angebote seien auch eine Reaktion auf einen Trend, der generell in der Reisebranche zu beobachten sei, sagt Rudolph und verweist auf die immer kurzfristigeren Buchungen. Dies führt auch bei Nobelmarken auf See zu Angeboten. Selbst die Premium-Marke Hapag-Lloyd wirbt mit Sonderangeboten für ihr Fünf-Sterne-Flaggschiff „Europa“.

Dennoch hat Jörg Rudolph klare Ziele für seine Mannschaft. „Bis 2012, spätestens aber 2013 wollen wir die Marke von einer Million Passagiere allein aus dem deutschen Markt erreichen“, sagt er. 2009 sollen es trotz Wirtschaftskrise rund 630000 Urlauber werden, die eine der von Kiel oder Hirtshals nach Norwegen fahrenden Color-Fähren buchen.

Am 1. Mai hatte der 45-Jährige die Nachfolge von Manfred Jansen übernommen, der nach über 30 Jahren in Diensten der norwegischen Reederei in den Ruhestand wechselte. Inzwischen hat er nicht nur die rund 100 Mitarbeiter seines Kieler Büros kennengelernt, sondern auch große Teile Norwegens. Bei der Frage nach dem Umgang mit der norwegischen Mentalität muss er lachen: „Man geht sehr ehrlich miteinander um. Das liegt mir. Diese Art weiß man besonders zu schätzen, wenn man vorher in Zentralasien gearbeitet hat.“ Erfahrung mit Kreuzfahrtschiffen hat er 2006 und 2007 bei der Rostocker AIDA Cruises gesammelt. Zuvor hatte er in Münster Betriebswirtschaftslehre studiert und in Innsbruck promoviert.

Während die „Color Magic“ und „Color Fantasy“ von Kiel aus fahren, erfreuen sich im Skagerrak die beiden neuen Schnellfähren „Superspeed 1“ und „Superspeed 2“ wachsender Beliebtheit. Mehr als 200000 deutsche Passagiere nutzen diese schnellen Schiffe in diesem Jahr - die besonders Kunden von dem Weg über die Brücken in Dänemark abziehen und damit den Weg übers Skagerrak nach Kristiansand und Larvik am Oslofjord wählen. Um 20 Prozent steigerten die beiden 2008 in Dienst gestellten Schnellfähren ihre Passagierzahlen. Das zeige, dass neben der Kurzkreuzfahrt auch die klassische Fährfahrt gefragt sei.

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