Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Wirtschaft Darum streiken die Busfahrer wieder
Nachrichten Wirtschaft Darum streiken die Busfahrer wieder
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:10 10.02.2020
Von Anne Holbach
Von Dienstag bis Donnerstag treten Busfahrer in Kiel, Neumünster, Flensburg und Lübeck erneut in Warnstreik. Quelle: Carsten Rehder
Kiel/Neumünster

„Wir sind noch zu weit voneinander entfernt“, sagt Verdi-Sprecher Frank Schischefsky. „Die Arbeitgeber haben offensichtlich nicht verstanden, dass die Busfahrer echt sauer sind und einen kräftigen Schluck aus der Lohnpulle erwarten.“

Busse in Kiel und Neumünster fallen aus

Laut KVG fallen alle Fahrten in Kiel ab Betriebsbeginn Dienstag bis Betriebsbeginn am Freitag aus - auch die Nachtbusse. Nicht betroffen seien die Fahrten der Verkehrsbetriebe Kreis Plön sowie die 500er- und 900er-Linien der Autokraft. Für Fahrgäste, die vom Ost- zum Westufer und umgekehrt fahren müssen, seien SFK-Fähren eine Alternative.

Auch die Stadtwerke Neumünster rechnen mit dem „kompletten Ausfall des Stadtverkehrs“.

Gewerkschaft will Druck erhöhen

Nachdem bereits am 14. Januar vier Städte gleichzeitig bestreikt wurden und mehrtägige Ausstände im Wechsel folgten, soll mit der Aktion vor der Verhandlungsrunde am Donnerstag der Druck erhöht werden. Die Gewerkschaft fordert eine Lohnerhöhung um 2,06 Euro pro Stunde ab dem 01.01.2020, das entspricht rund 350 Euro mehr im Monat.

Verdi will für die 1500 Beschäftigten einen Tarifvertrag mit einer Laufzeit von 12 Monaten abschließen, während der Arbeitgeberverband (KAV) sich für drei Jahre einigen will.

Arbeitgeber bieten 9,1 Prozent mehr über drei Jahre

Ab Januar 2020 wollen die Arbeitgeber den Busfahrern 110 Euro mehr zahlen. Ab Januar 2021 sollen 2,8 Prozent und ab 2022 weitere 2,3 Prozent obendrauf kommen. „Damit haben die Arbeitgeber eine Erhöhung der Entgelte um insgesamt 9,1 Prozent angeboten - mehr ist einfach nicht möglich“, sagt Wilfried Kley, KAV-Geschäftsführer. „Dass Verdi zu dreitägigen Streiks aufruft, wird dem Angebot nicht gerecht und belastet die Bürger unnötig.“

Schon jetzt verdiene ein Busfahrer mit Zuschlägen durchschnittlich 3200 Euro, so Kley. „Wenn ein Busfahrer die wirklich kriegen würde, würden wir uns freuen“, sagt dagegen Schischefsky. Zuletzt verdiente ein Busfahrer in der ersten Entgeltstufe rund 2600 Euro, in der sechsten 2850 Euro. Hinzu kommen laut Kley Zuschläge für Wochenend- und Nachtdienste. Der hohe Durchschnittswert komme zustande, weil viele Fahrer in der höchsten Stufe eingruppiert seien.

Mehr Nachrichten aus Schleswig-Holstein lesen Sie hier.

Annegret Kramp-Karrenbauer will abtreten – und nun steht eine Diskussion über ihre Nachfolge an der CDU-Spitze an. Mehrere prominente Unternehmer sprechen sich für Friedrich Merz aus. Zum Teil ist die Kritik am bisherigen Spitzenpersonal heftig.

12.02.2020

Der Ausbruch des Coronavirus zieht nun auch die weltweit führende Mobilfunkmesse MWC in Mitleidenschaft. Mit Amazon und Sony haben zwei weitere Unternehmen die Teilnahme abgesagt. Die Unternehmen, die weiterhin dabei sind, haben Vorsichtsmaßnahmen angekündigt.

11.02.2020

Der Mann, der Urlaub macht: Tui-Chef Marek Andryszak über „Adults Only“-Hotels, überfüllte Kreuzfahrthäfen, sechs Milliarden Preise – und die Frage, ob Reisen das neue Rauchen werden könnte.

10.02.2020