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Wirtschaft Banken fordern Schützenhilfe für Bauern
Nachrichten Wirtschaft Banken fordern Schützenhilfe für Bauern
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08:00 10.08.2018
Von Ulrich Metschies
Vertrocknete Ernte: Das Landwirtschaftsministerium Schleswig-Holstein schätzt die Dürreschäden auf über 420 Millionen Euro. Quelle: Daniel Karmann
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Kiel.

Mit einem Agrar-Kreditvolumen von mehr als vier Milliarden Euro sind sie die Hausbanken von Tausenden Landwirten im Norden. Gestern starteten die 31 Institute eine Kampagne, mit der die Genossenschaften den Druck auf die Verantwortlichen in Bund, Land, aber auch in Brüssel erhöhen wollen.

Das Geld ist da, aber es darf noch nicht ausgezahlt werden

Tenor: Die Politik müsse schnell die rechtlichen Rahmenbedingungen schaffen, damit Hilfsgelder rasch und unbürokratisch ausgezahlt werden könnten.„Da das Warten auf das Handeln der Politik nicht ausreicht, appellieren wir an unsere Landwirte, frühzeitig Kontakt aufzunehmen und Gespräche mit unseren Agrar-Experten zu führen“, sagt VR-Banken-Sprecher Stefan Lohmeier.

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Land schätzt allein Schäden im Ackerbau auf 253 Millionen Euro

EU-Agrarkommissar Phil Hogan hatte den Landwirten in Aussicht gestellt, Direktzahlungen für das kommende Jahr als Dürrehilfe vorzuziehen, doch diese Zusage bringt den Bauern nichts, solange die Bedingungen für die Auszahlungen nicht erfüllt sind. Dazu gehören etwa Berichte der Länder über die Einhaltung von Regeln zu Düngereinsatz und Fruchtfolgen. Sollten Zahlungen ungerechtfertigt fließen, stehen die Länder dafür in der Haftung. Vorliegen müssen Brüssel die Unterlagen normalerweise bis Ende Dezember. „Das muss schneller gehen“, so Lohmeier. Auch die Sparkassen mahnen Tempo an: „Jetzt müssen alle Beteiligten an einem Strang ziehen, um den Betreiben schnell zu helfen“, heißt es beim Sparkassenverband Schleswig-Holstein.

In einem Schreiben an Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) geht das Kieler Agrarministerium davon aus, dass etwa ein Drittel der Landwirte und damit rund 5000 Betriebe einen Schaden von mehr als 30 Prozent verzeichnet. Die angeführten 422 Millionen Euro Schaden teilen sicher so auf: 253 Millionen im Ackerbau, 133 Millionen im Futterbau, vor allem bei Mais, und 36 Millionen bei Sonderkulturen. Am kommenden Montag gibt es in Berlin ein weiteres Treffen von Bund und Ländern.

09.08.2018
Frank Behling 09.08.2018
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