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Wirtschaft E-Autogipfel: Maßnahmen reichen Schleswig-Holstein nicht
Nachrichten Wirtschaft E-Autogipfel: Maßnahmen reichen Schleswig-Holstein nicht
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08:55 07.11.2019
Von Anne Holbach
Der Bund will bei den E-Autos mehr Tempo machen. Quelle: Patrick Pleul
Berlin/Kiel

 „An diesem Punkt hätte ich mir stärkere Vorgaben wie eine perspektivische Quote für E-Mobilität erhofft“, sagt Landesumweltminister Jan-Philipp Albrecht.

Auch Kai Vogel von der SPD gehen die Maßnahmen für eine Verkehrswende nicht weit genug. Es müsse vergleichbare Förderungen für Fahrrad- und Busverkehr geben.

CDU, FDP und ADAC kritisieren die mangelnde Technologieoffenheit. „Wir möchten kein Monopol, sondern auch den Fokus auf die Alternative Wasserstoff richten“, so Hans-Jörn Arp (CDU). Eine einseitige Fixierung auf E-Mobilität sei falsch, sagt Ulf Evert vom ADAC. „Viele Elektroautos sind immer noch mit einem schweren Klima-Rucksack unterwegs, auch wenn mancher Batteriefahrer das gern mal ausblendet.“

FDP: Es darf kein reines Subventionsprogramm werden

Die Kaufprämie für E- und Hybrid-Autos soll erhöht werden. Zudem wird das Anreizprogramm bis 2025 verlängert. „Es darf kein reines Subventionsprogramm der Autoindustrie werden. Daran krankt der Vorschlag der Bundesregierung leider“, kritisiert Oliver Kumbartzky (FDP). Die Wirtschaft müsse innovative Ideen entwickeln, die sich auf dem Markt behaupten können. 

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Höhere Kaufprämien, mehr Ladestationen

Die höheren Kaufprämien, die von den Herstellern anteilig übernommen werden, dürften nicht an den Handel weitergereicht werden, mahnte der Landesverband des Kfz-Gewerbes. Das gelte auch für den Infrastrukturausbau. Industrie und Bund haben vereinbart, in den nächsten zwei Jahren zusätzlich 50 000 Stromtankstellen zu errichten. Davon übernimmt die Branche 15 000. 

Land plant millionenschwere Förderung zum Infrastrukturausbau

In Schleswig-Holstein gibt es laut Bundesnetzagentur derzeit 475 Ladesäulen, die Landesregierung zählt mehr als 600. „Wir planen eine millionenschwere Förderrichtlinie für den Ausbau von öffentlicher und halb-öffentlicher Ladeinfrastruktur sowie für die Ladeinfrastruktur für E-Busbetriebshöfe“, so Albrecht. 

ADAC fordert mehr Unterstützung für Ladestationen zu Hause

Die Förderung müsse schnell auf den Weg gebracht werden, fordert Vogel. „Alles, was bis jetzt passiert ist, kann man als heiße Luft bezeichnen.“ Es müsse einfacher werden, in Häusern Ladestationen zu installieren – „und das nicht nur im Carport des Einfamilienhauses in Düsternbrook, sondern auch im Mehrfamilienhaus in Mettenhof“, sagt Evert.

Die Bundesregierung will bis Ende 2020 einen Rechtsanspruch auf Ladestationen für Wohneigentümer und Mieter erreichen. Das Land arbeite an einer Möglichkeit, private Ladestationen bezuschussen zu können. 

Laut Kraftfahrt Bundesamt sind in Schleswig-Holstein 3090 E-Autos und 9807 Hybride unterwegs. Dem stehen mehr als eine Million Benziner und 573 000 Diesel gegenüber. 

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Volkswagen will nach Tests mit autonomen Autos in Hamburg mittelfristig zur Serienreife übergehen. Schleswig-Holstein experimentiert zwar mit selbstfahrenden Bussen. Bis hier Autos vollautonom unterwegs sind, werden aber noch viele Jahre vergehen, glaubt Martin Seydell vom Verband des Kfz-Gewerbes.

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