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Wirtschaft Kieler Firma Scuddy vergrößert sich
Nachrichten Wirtschaft Kieler Firma Scuddy vergrößert sich
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11:00 23.03.2019
Von Anne Holbach
Die Scuddy-Erfinder Tim Ascheberg (v. li.) und Jörn Jacobi, mit ihrem prominenten Unterstützer Ralf Dümmel. „Ich war für sie oft ein Sparringspartner“, sagt der „Höhle der Löwen“-Investor. Quelle: Uwe Paesler
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„Die alte Werkstatt wurde uns langsam zu klein, wir haben da zuletzt Tetris gespielt“, erzählte Jacobi. Jetzt haben sie knapp 600 Quadratmeter Platz, um das Geschäft mit Elektro-Tretrollern voranzutreiben und neue Modelle zu entwickeln.

"Höhle der Löwen" brachte großen Schub

Das Gründer-Duo kennt sich schon seit 20 Jahren. Die Beiden haben zusammen Abitur gemacht und an der Fachhochschule Kiel studiert – zuerst Maschinenbau, dann Betriebswirtschaftslehre. Den Grundstein für ihre Firma legten sie in ihrer Abschlussarbeit. Den großen Schub brachte ihnen vor drei Jahren die Teilnahme an der Vox-Show „Höhle der Löwen“, bei der sie sich für zehn Prozent der Unternehmensanteile Ralf Dümmel und Jochen Schweizer ins Boot holten. 

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Investor Ralf Dümmel stolz auf Gründer

„Ich kann von ganzem Herzen sagen, dass ich stolz auf Euch bin“, sagte Ralf Dümmel. Der gebürtige Segeberger ist Geschäftsführer des Unternehmens DS Produkte und investiert in der Vox-Sendung häufig in norddeutsche Start-ups. Zwar habe er den Kielern bei der Optimierung von Prozessen und mit seinem Netzwerk geholfen, neue Vertriebswege wie das Teleshopping zu eröffnen. „Aber das meiste haben die Jungs allein geschafft.“ 

Umsatz lag 2018 bei 900.000 Euro

2018 lag der Umsatz von Scuddy bei 900.000 Euro. Für dieses Jahr prognostiziert Ascheberg deutlich mehr. Zum Vergleich: Im ersten Jahr erwirtschafteten sie 112.000 Euro.

Scuddy hat schon Straßenzulassung

Auf Tech-Events sind E-Roller gerade in aller Munde, auch Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sieht großes Potenzial in den Fahrzeugen. Die Debatte über die neue Verordnung für die Nutzung für Elektro-Kleinstfahrzeuge kratzt die Scuddy-Gründer wenig. Ihre Roller haben schon lange eine EU-Zulassung für den Straßenverkehr. Sie zählen zur Fahrzeugklasse L1E und werden wie ein Mofa behandelt. 

Deswegen profitiert Scuddy vom aktuellen Hype. „Wir waren sehr früh dran, als wir gestartet sind“, so Ascheberg. „Das ist jetzt, wo der Markt reif ist, unser Vorteil, weil wir schon viel Erfahrung gesammelt haben.“ Die Leute seien nun stärker sensibilisiert für das Thema Elektromobilität

Auftragslage ist gut

„Wir haben volle Bücher“, sagte Ascheberg. Mit acht Vollzeitmitarbeitern – inklusive der beiden Chefs – und vier Teilzeitkräften wuppt das Team die Aufträge. Die Nachfrage von Privatkunden wachse. Und das, obwohl die Roller mit Lithium-Ion-Akku nicht gerade günstig sind.

Das teuerste Modell – der Scuddy Ultimate für 5250 Euro – ist 45 Stundenkilometer schnell und hat bis zu 50 Kilometer Reichweite. 400 Euro günstiger sind die City- und Sport-Varianten. Alles sei in Deutschland gebaut, das habe seinen Preis. Gemeinsam mit Dümmel vertreibt Scuddy auch ein billigeres Modell namens Maxx Sport für 1549 Euro. Der Roller wird in Asien hergestellt. 

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Anne Holbach 23.03.2019
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