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07:00 30.07.2017
Von Ulf Billmayer-Christen
Mit diesen Sprüchen wirbt Schleswig-Holstein für den echten Norden. Quelle: Frank Peter/Montage Ulf Dahl
Kiel

Dafür plädieren auch die Wirtschaftsförderer von der WTSH Schleswig-Holstein. In ihrem Online-Shop kann man Postkarten und Aufkleber mit eingängigen Slogans („Ein Moin sagt mehr als tausend Worte“) kostenlos bestellen. „Der echte Norden ist ein Werbespruch, der zündet und mit dem man gut arbeiten kann“, betont Buchholz. Immer mehr Unternehmen teilen diese Einschätzung.

Nach Angaben der WTSH haben sich im Rahmen des Partnerprogramms schon mehr als 200 Firmen das dem Landeswappen nachempfundene Werbelogo (zwei blaue Löwen und ein rotes Nesselblatt, das wie ein Hummer aussieht) für 100 Euro gesichert oder das gesamte Marken-Paket für bis zu 2500 Euro gebucht. Darunter sind Werften, IT-Unternehmen und ein Jachtservice, aber auch Pharmafirmen, die Flensburger Brauerei oder die Kölln-Flockenwerke. Mit im Boot sind auch Husums Stadtwerke: Auf ihren Ladekarten für Elektroautos prangt der Landesslogan.

Slogan wichtig, um Investoren zu gewinnen

„Für den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein ist so ein Slogan wichtig, um Fachkräfte für das Land zu interessieren und Investoren zu gewinnen“, sagt der Sprecher der Unternehmensverbände Nord, Sebastian Schulze. Im Bundesvergleich muss sich Schleswig-Holstein dabei mit dem „echten Norden“ nicht verstecken. In einer Deutschland-Umfrage Ende 2016 kannten 21 Prozent den Nord-Spruch. Das reichte für Platz sechs im Ranking der Länder, deren Slogans einen Bekanntheitsgrad zwischen elf und 29 Prozent aufweist. Ausnahme Baden-Württemberg: Den Spruch „Wir können Alles. Außer hochdeutsch“ kennen mehr als 69 Prozent der Bürger.

Dieser Erfolg war nicht absehbar, als die SPD-geführte Regierung den von der Kieler Agentur Boy entwickelten Slogan Ende 2013 einführte. Im Landeshaus sparten CDU und FDP damals nicht mit Häme und Spott. Es sei „inhaltlich unklar, was mit dem ,echten Norden‘ gemeint sein soll“, lästerte ein FDP-Mann. „Wo beginnt dann der ,unechte Norden‘?“ Der monatelange Disput über die schräge Dachmarke und die angebliche „Steuerverschwendung“ hat nach Einschätzung von PR-Experten allerdings dazu beigetragen, dass der Nord-Slogan trotz eines im Ländervergleichs kleinen Werbeetats (in diesem Jahr insgesamt 300000 Euro) bekannt wurde.

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