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Wirtschaft Eisfestival streichen für billigere Energiepreise? Das sagt der Stadtwerke-Chef
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Eisfestival weg, Gas billiger? Das sagt der Chef der Stadtwerke Kiel

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18:00 30.11.2021
Gas günstiger machen und dafür das Eisfestival streichen? Diese Rechnung geht nicht auf, sagt Stadtwerke-Vorstandschef Frank Meier.
Gas günstiger machen und dafür das Eisfestival streichen? Diese Rechnung geht nicht auf, sagt Stadtwerke-Vorstandschef Frank Meier. Quelle: Patrick Pleul
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Kiel

Gas wird immer teurer. Auch Kunden der Stadtwerke Kiel flatterte jüngst eine Preiserhöhung ins Haus. Viele Haushalte geraten an die Grenze ihrer finanziellen Belastbarkeit. Und manche fragen sich: Warum leisten sich die Stadtwerke ein Eisfestival, warum ein Segelcamp, warum viele andere soziale Wohltaten? Sollte man das Geld nicht sparen und stattdessen den Gaspreis stabil lassen?

Stadtwerke Kiel: Das sagt Frank Meier

KN-online hat Stadtwerke-Vorstandschef Frank Meier diese Frage gestellt – und viele andere, die durchaus am Selbstverständnis eines Unternehmens rühren, das zu immerhin 49 Prozent der Landeshauptstadt Kiel gehört. Im Interview erklärt Meier, warum nach seiner Überzeugung die Rechnung „Eisfestival streichen = Gas billiger“ nicht aufgeht, und warum er schon die Frage befremdlich findet. Hier seine wichtigsten Argumente:

1. Der Börsenpreis für Gas hat sich innerhalb weniger Monate vervielfacht. Die Stadtwerke könnten ihre Produkte – und damit auch Gas – nicht unter Kosten anbieten und dürfen das aus wettbewerbsrechtlichen Gründen auch gar nicht.

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2. Für ein Wirtschaftsunternehmen mache es schlicht keinen Sinn, so zu denken. Meier: „Ein Bäcker würde auch nicht bei steigenden Mehlpreisen seine Brötchen günstiger anbieten, nur weil er im Getränkeverkauf gut verdient.“

3. Die Ausgaben der Stadtwerke für soziales Engagement betragen rund 0,05 Prozent vom Jahresumsatz (500 Millionen Euro): „Selbst wenn wir alle Aktivitäten in dieser Richtung streichen, würden die Kundinnen und Kunden davon rein gar nichts merken.“

4. Schließlich: „Unsere sozialen Aktivitäten ermöglichen Angebote in der Stadt, die ohne uns nicht umgesetzt werden könnten. Für eine lebenswerte Region bedarf es Unternehmen, die sich entsprechend engagieren.“ 

Von Von Ulrich Metschies