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Wirtschaft Bei Johler Druck gehen die Lichter aus
Nachrichten Wirtschaft Bei Johler Druck gehen die Lichter aus
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08:00 18.01.2019
Von Ulrich Metschies
Foto: In besten Zeiten waren hier rund 160 Mitarbeiter beschäftigt: Johler Druck in Neumünster.
In besten Zeiten waren hier rund 160 Mitarbeiter beschäftigt: Johler Druck in Neumünster. Quelle: Thorsten Geil
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Neumünster.

Die Rollenoffset-Druckmaschine in der Gadelander Straße ist bereits abgeschaltet und soll verkauft werden. Allen Mitarbeitern, so versichert Eversfrank, seien Arbeitsplätze in Meldorf oder am Standort Preetz angeboten worden. 

Tochter PPI Medien an das Management verkauft

Im Geschäftsjahr 2018 musste die Gruppe mit rund 1000 Mitarbeitern bei einem Umsatz von etwa 240 Millionen Euro einen Verlust von 14 Millionen Euro verkraften. Durch ein Bündel von Maßnahmen soll das Minus im laufenden Geschäftsjahr auf fünf Millionen Euro zurückgefahren werden. Zu dem Paket gehört auch der Verkauf der Tochter PPI Medien mit rund 100 Beschäftigten in Kiel. Das auf Verlagslösungen spezialisierte Software-Haus wurde vom eigenen Management übernommen. 

Unternehmen räumt auch Managementfehler ein

„Trotz der erfolgreichen Entwicklung der letzten Jahre können wir uns der Marktentwicklung nicht dauerhaft entziehen“, sagt Frank Kohrs, seit Juli 2018 Geschäftsführer von Eversfrank. Das Kerngeschäft, der Offsetdruck hoher Auflagen, leidet erheblich unter gestiegenen Materialkosten. Gleichzeitig stehen die Marktpreise unter Druck. Als Ursache für die Probleme nennt das Unternehmen aber auch Managementfehler. 

In besten Zeiten 160 Mitarbeiter 

Johler Druck, gegründet 1876, war spezialisiert auf Werbedrucksachen. Gedruckt wurden in besten Zeiten mit rund 160 Mitarbeitern täglich bis zu zehn Millionen Zeitungsbeilagen, Broschüren, Flyer und Zeitschriften. Das Unternehmen hat in den vergangenen Jahren zwei Insolvenzen erlebt und mehrfach den Besitzer gewechselt. 2008 flossen 1,4 Millionen Euro Landesmittel in eine moderne Offset-Rotation, um rund 120 Arbeitsplätze zu sichern. Von diesem Geld, so das Wirtschaftsministerium, sei nach der Insolvenz 2010 „nur ein Bruchteil“ an das Land zurückgeflossen.