Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Wirtschaft Experten warnen: Firmen setzen veraltetes Windows 7 ein
Nachrichten Wirtschaft Experten warnen: Firmen setzen veraltetes Windows 7 ein
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
Jetzt kostenlos Testen Zur Anmeldung
11:11 10.02.2020
Von Ulrich Metschies
Roland Kaltefleiter, Netuse, über Windows 7: "Oft denken Unternehmer, es wird schon irgendwie gut gehen." Quelle: George Frey/dpa / hfr
Anzeige
Kiel

„Wir gehen davon aus, dass in kleinen und mittleren Betrieben fast jeder zweite PC-Arbeitsplatz noch nicht auf Windows 10 umgestellt ist“, sagt Roland Kaltefleiter vom Kieler IT-Sicherheits-Unternehmen Netuse. Auch das Wirtschaftsministerium in Kiel warnt vor einer tickenden Zeitbombe. „Angesichts wachsender Gefahren durch Cyber-Angriffe kann ich nur an die Unternehmen appellieren, die Software ihrer Rechner auf den neusten Stand zu bringen“, sagt Minister Bernd Buchholz.

Mitte Januar hatte Microsoft das letzte Windows-7-Update für Privatkunden herausgebracht. Anders als Privatanwender können sich Unternehmen und Organisationen bei Microsoft eine Gnadenfrist erkaufen und weiterhin kostenpflichtige Updates erwerben. Viele Betriebe jedoch scheuen kostenpflichtige Wartungsverträge. Kaltefleiter: „Oft denken Unternehmer, es wird schon irgendwie gut gehen.“

Anzeige

Windows 7 ist ein Sicherheitsrisiko

Doch die Gefahr, dass Kriminelle die nächste Lücke entdeckten und ein Angriff mit Krypto-Viren die Existenz von Unternehmen bedrohte, wachse fast täglich. Vor allem kleine Unternehmen scheuten die Umstellung auf Windows 10, auch aus Sorge, dass wichtige Programme auf dem neuen System nicht mehr funktionieren. „Die Risiken einer ungeschützten Weiternutzung von Windows 7 werden von vielen kleineren Unternehmen erheblich unterschätzt“, heißt es beim Kieler IT-Spezialisten Dicide GmbH.

Das inzwischen elf Jahre alte Windows 7 gilt als das bislang beliebteste Betriebssystem des Softwareriesen Microsoft. Nach Zahlen des Marktforschungsdienstes Netmarket-Share läuft es noch immer auf etwa jedem vierten Rechner. Für Wirbel hatte Anfang der Woche die Antwort des Hamburger Senats auf eine CDU-Anfrage gesorgt. Demnach laufen noch immer mehr als 8000 Hamburger Polizeirechner auf Windows 7. Daraus resultieren Kosten von rund einer halben Million Euro jährlich für die Wartungsverträge mit Microsoft.

Lesen Sie auch:

Sicherheitslücken: So rasch wie möglich weg von Windows 7

Kommentar von Ulrich Metschies zum Thema

Laufen Rechner in der Verwaltung noch auf Windows 7?

Anders als bei privaten Anwendern und in der Wirtschaft ist die Umstellung in der öffentlichen Verwaltung Schleswig-Holsteins nach Auskunft des Digitalisierungsministeriums weitgehend abgeschlossen. „Nahezu 100 Prozent“ der rund 21000 PC-Arbeitsplätze in Landespolizei und Landesverwaltung liefen bereits mit Windows 10, lediglich rund 130 Einheiten würden noch bis Ende Februar umgestellt, so ein Ministeriums-Sprecher.

Nach Auskunft des zuständigen Dienstleisters Dataport handelt es bei den noch nicht umgestellten Rechnern um PC-Arbeitsplätze, auf denen „ältere Fachanwendungen laufen“, also spezielle Programme, die nicht ohne weiteres auf Windows 10 laufen.

Bei der Landeshauptstadt Kiel gibt es derzeit noch rund 200 von etwas mehr als 3000 Computer-Arbeitsplätzen, die mit Windows 7 laufen. „Diese sollen so schnell wie möglich auf Windows 10 umgestellt werden“, sagt IT-Abteilungsleiter Jan Koppelmann. „Lieferengpässe bei der Hardware“ hätten dies bislang verhindert.

Die Stadt Neumünster teilte auf Anfrage lediglich mit, man sei bei der Umstellung „weit vorangeschritten“.

Weitere Nachrichten aus der Wirtschaft finden Sie hier.

Noch heute laufen Millionen von Rechnern mit dem veralteten Programn – obwohl Microsoft seit Januar keine kostenlosen Updates für Windows 7 bereitstellt. IT-Experten aus Schleswig-Holstein warnen nun: Firmen und Behörden verletzen Datenschutz, wenn sie weiter das alte Windows einsetzen.

Ulrich Metschies 10.02.2020

Die Zahl der Elektroautos auf deutschen Straßen steigt. E-Autobesitzer sollten bei der Wahl der Versicherung aber genau hinsehen. Für gewöhnlich decken Kaskoversicherungen Diebstahl oder Wildunfälle ab. Bei Policen für E-Autos kommt es hingegen auf die Bedingungen für den Akku an.

10.02.2020

Daimler will einem Medienbericht zufolge bis zu 15.000 Stellen abbauen. Konzern-Chef Källenius will am Dienstag einen ambitionierten Zukunftsplan vorlegen. Es sollen mehr als 1,4 Milliarden Euro eingespart werden.

10.02.2020