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10:00 01.06.2019
Von Ulrich Metschies
Der Bau gehört zu den Branchen, die besonders unter Personalmangel leiden.   Quelle: A3602 Frank Rumpenhorst
Kiel

So melden die Nord-Betriebe aktuell 21.763 unbesetzte Stellen für Fachkräfte - ein Anstieg von mehr als 50 Prozent innerhalb von vier Jahren. Gleichzeitig geht die Zahl arbeitsloser Fachkräfte zurück. Sie ist mit aktuell gut 37.000 zwar noch größer als die der offenen Stellen. Doch hinzu kommt eine weitere Entwicklung, die den Akteuren Sorge bereitet: "Die Diskrepanz zwischen den Anforderungen der Arbeitgeber und den Qualifikationsprofilen der Arbeitslosen wird größer", sagt Margit Haupt-Koopmann, Chefin der Regionaldirektion Nord der Bundesarbeitsagentur.

Stellen bleiben länger unbesetzt

Für die Unternehmen gestaltet sich die Personalsuche immer zäher. Nahm die Neubesetzung einer vakanten Stelle 2014 durchschnittlich noch 69 Tage in Anspruch nahm, waren es 2018 bereits 105 Tage. Besonders zugespitzt hat sich die Lage in einigen Handwerksberufen. So blieben in Sanitär- und Heizungsbetrieben Arbeitsplätze im Schnitt 199 Tage unbesetzt - mehr als doppelt so lange, verglichen mit der Situation vor fünf Jahren.

Pflege, Bau, Gastgewerbe: Die Lage ist kritisch

Bei den Ausbildungsplätzen ist die Lage im Gastgewerbe, beim Bau und in der Transportwirtschaft besonders prekär. Dramatisch auch die Situation in der Altenpflege: Hier verlängerte sich die Neubesetzungszeit um ein Drittel auf fast ein halbes Jahr. "Pflegeeinrichtungen müssen sich noch offensiver dem Wettbewerb um erfolgreiche Schulabsolventinnen und -absolventen stellen", so Haupt-Koopmann. Dazu gehöre auch, die Attraktivität des Berufes weiter zu erhöhen - von den Gehaltsstrukturen über Aufstiegschancen bis hin zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf.

Buchholz: "Ausbildung muss attraktiver werden"

Neben dem demografischen Wandel sieht Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) die Digitalisierung als Grund für den steigenden Fachkräftebedarf: "Dieser Entwicklung müssen wir mit passgenauen Angeboten zu Aus- und Weiterqualifizierung und lebenslangem Lernen begegnen." Zudem gelte es, die Attraktivität dualer Ausbildungsberufe zu erhöhen.

DGB: "Niedriglöhne vertreiben Fachkräfte"

Die Gewerkschaften weisen den Arbeitgebern eine Mitschuld an der Situation zu: "Grundsätzlich verfügt Schleswig-Holstein über genügend Fachkräfte, allerdings stehen sie dem heimischen Arbeitsmarkt nicht zur Verfügung, da sie wegen der höheren Löhne nach Hamburg pendeln.", sagt Uwe Polkaehn, Vorsitzender des DGB Nord. "Da zeigt sich, was es heißt, der Lohnkeller des Westens zu sein."

Er versteht Technik und Naturwissenschaften nicht nur, er kann sie auch vermitteln. Für jeden verständlich erklärt Ranga Yogeshwar im TV die Welt zwischen Klimawandel und künstlicher Intelligenz. Mit Kristian Teetz spricht er über fehlende Fachkräfte, falsche Bildungspolitik – und ob er schon an den Ruhestand denkt.

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