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Wirtschaft HSH-Länderanstalt macht weniger Verlust
Nachrichten Wirtschaft HSH-Länderanstalt macht weniger Verlust
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22:01 23.04.2018
Karl-Hermann Witte und Ulrike Helfer sind die Vorstände des HSH Portfoliomanagements. Quelle: Daniel Bockwoldt
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Kiel

Die Abwicklungsgesellschaft der Länder Hamburg und Schleswig-Holstein für faule Schiffskredite der HSH Nordbank hat im Jahr 2017 einen Verlust von 44,4 Millionen Euro gemacht. Das geht aus dem Geschäftsbericht hervor, den der Verwaltungsrat der hsh portfoliomanagement (pm) am Montag in Kiel genehmigte.

Im Jahr 2016 hatte die Anstalt öffentlichen Rechts noch einen Verlust von 505 Millionen Euro verbucht. Der deutlich geringere Verlust 2017 sei darauf zurückzuführen, dass nur noch zwei Millionen Euro zusätzliche Risikovorsorge für gefährdete Kredite getroffen worden sei - statt 470 Millionen Euro wie 2016, erläuterten die Vorstände Ulrike Helfer und Karl-Hermann Witte.

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„Wir erwarten derzeit den Verlauf des Geschäftsjahres 2018 etwas positiver als den des vergangenen Jahres“, sagte Witte und fügte hinzu: „Aber es wird eine Herausforderung bleiben, ein zumindest ausgeglichenes Ergebnis mit diesem ausschließlich notleidenden Kreditportfolio in den hochvolatilen Märkten zu erzielen.“ Zugleich betonte er mit Blick auf 2017: „Ein negatives Ergebnis können wir nicht schönreden.“

Schlechte Kredite übernommen

Die Anstalt hatte im Auftrag der Länder am 1. Juli 2016 im Zuge des damals geplanten und inzwischen erfolgten Verkaufs der HSH Nordbank schlechte Kredite der Bank im Nominalwert von 4,1 Milliarden Euro übernommen und dafür 2,4 Milliarden Euro bezahlt.

Die HSH Nordbank habe selber die abzugebenden Kredite ausgewählt, betonte Witte. Es ging darum, die Landesbank von Hamburg und Schleswig-Holstein von den schlimmsten Lasten zu befreien und für einen Verkauf attraktiver zu machen. Die pm müsse das übernommene Kreditportfolio von notleidenden Schiffsfinanzierungen „wertschonend“ abwickeln. Ziel sei, dass am Ende die Steuerzahler so stark geschont werden wie möglich.

Schiffe dienten als Sicherheit

Ursprünglich standen 253 Schiffe als Sicherheit, die aber wegen der Überkapazitäten auf dem Schiffsmarkt nur schwer zu veräußern sind. 2016 konnten zwei Schiffe als Sicherheit wegfallen, 2017 weitere 37 Schiffe - durch Kredittilgung oder Veräußerungserlöse. Zurzeit verfüge die pm noch über 214 Schiffe als Sicherheit, die nahezu alle für den Handel genutzt würden und nicht auf Reede lägen, sagte Helfer.

Für sie und Witte stellt es sich derzeit so dar, als wenn die Schifffahrtskrise durchschritten sei. Der Seehandel sei 2017 stärker gewachsen als das Weltwirtschaft, sagte Helfer. Und die unter den Betriebskosten liegenden Frachtraten für Containerschiffe seien endlich wieder gestiegen. Aber es gebe große Unsicherheiten wie die Gefahr eines Wirtschaftskrieges etwa zwischen den USA und China.

Schiffskredite in Dollar, Geschäftsbericht in Euro

Der ausstehende Kreditbetrag - also offene Kreditbeträge und offene Zinsansprüche - sank 2017 auf nominal 3,856 Milliarden Euro. Ende 2016 hatte er nominal 4,478 Milliarden Euro betragen. Die hohe Differenz liege vor allem am gesunkenen Dollarkurs, erläuterte Helfer. Denn fast alle Schiffskredite würden in Dollar vergeben - der Geschäftsbericht aber in Euro verfasst.

Der Buchwert der Kredite sank von 2,038 Milliarden Euro Ende 2016 auf 1,643 Milliarden Euro Ende 2017. Obwohl sich die Frachtraten 2017 erholten, sank das Zinsergebnis der pm von 5,7 Millionen Euro auf 870000 Euro. Dies sei darauf zurückzuführen, dass die besonders schwierige Situation 2016 sich zeitverzögert bei den Kreditzinszahlungen 2017 ausgewirkt habe, sagte Helfer.

Abbau notleidender Kredite wird teuer für Steuerzahler

Der Abbau der notleidenden Kredite wird etwa zehn Jahre dauern und möglicherweise teuer für die Steuerzahler in Hamburg und Schleswig-Holstein. Doch das lässt sich erst am Ende sagen. Der aktuelle Verlust der Abwicklungsgesellschaft steht erst einmal nur auf dem Papier. Für den Steuerzahler ist der Hauptverlust bereits bei der HSH Nordbank entstanden, die diese notleidenden Kredite mit einem Abschlag von mehr als 40 Prozent an die Abwicklungsgesellschaft verkauft hat. Der daraus entstehende Verlust der Bank von 1,7 Milliarden Euro wurde gegen die Ländergarantien abgerechnet.

Was die Abwicklungsgesellschaft am Ende den Steuerzahler kostet, hängt ab vom weiteren Verlauf der Schifffahrtsmärkte und der Verwertung der Kredite. Wenn sich die Frachtraten und Schifffahrtsmärkte erholen sollten, werden die Sicherheiten wieder werthaltiger und die Kredite können leichter zurückgezahlt werden. Die Schifffahrtskrise begann vor zehn Jahren.

Von dpa

Ulrich Metschies 22.04.2018