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Wirtschaft WebID dreht in Kiel auf
Nachrichten Wirtschaft WebID dreht in Kiel auf
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08:00 27.06.2017
Von Ulrich Metschies
Sie wollen die Zahl der Jobs in Kiel verfünffachen:  WebID-Gründer Frank Jorga (links) und sein Bruder Sven, Mitgesellschafter und Technik-Chef. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Frank Stefan Jorga (48) freut sich mächtig auf den 1. Juli. Dann nämlich gilt die Ausweispflicht für Käufer von Prepaid-Handy-Karten, mit der die Bundesregierung auch die Vorbereitung von Terroranschlägen erschweren will. Das Gesetz wird Jorgas ohnehin schon rasant wachsendem Unternehmen noch mehr Schub verleihen. Denn die WebID Solutions GmbH mit Zentrale in Berlin und Entwicklungszentrum in Kiel hat sich in fünf Jahren vom Nobody zum führenden Spezialisten für die Online-Video-Identifizierung entwickelt – und damit dem Giganten Deutsche Post Beine gemacht. War doch dessen Post-Ident-Verfahren in seiner Offline-Version jahrzehntelang der Standard, wenn es galt, sich legitimieren zu müssen, ohne persönlich dem Geschäftspartner den Ausweis vorzulegen zu können.

Wer online ein Konto eröffnen will, hält einfach den Ausweis in die Kamera

Als Erfinder der Video-Identifizierung zählt WebID zu den Vorzeige-Fintechs in Deutschland. Von der Idee her ist das Verfahren so genial wie simpel. Wer etwa online ein Bankkonto eröffnen will, hält den Ausweis in die Kamera von Handy, Tablet oder Computer. Das Dokument wird von einem WebID-Mitarbeiter geprüft und mit dem Gesicht des Anrufers verglichen.

Zu den Kunden von WebID gehören Geldhäuser wie die Deutsche Bank, ING-Diba, der Konsumkredit-Anbieter Commerz Finanz, West-Lotto, das Vergleichsportal Check 24 und die Schweizer Post. Mit täglich bis zu 4000 Legitimationen per Video-Chat ist WebID Taktgeber auf einem Markt, der seine Zukunft noch vor sich hat: „Im Online-Zeitalter wird es zum Standard gehören, sich per Tablet oder Smartphone legitimieren zu können, rund um die Uhr und egal wo man gerade ist“, sagt Frank Jorga.

Zahl der Kieler Mitarbeiter soll von zehn auf 50 steigen

Gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Franz Thomas hatte der Betriebswirt und Jurist Jorga das Unternehmen 2012 als Vier-Mann-Firma aus der Taufe gehoben. Heute beschäftigt die Firma 250 Mitarbeiter, davon zehn im Kieler Technologie- und Innovationszentrum KITZ, wo das Herzstück des Unternehmens angesiedelt ist: die Entwicklung neuer Technologien und Anwendungen für Kunden, die dem Unternehmen nach Angaben Jorgas fast schon die Tür einrennen. Und so soll der Standort Kiel, mit dem sich der gebürtige Lübecker Jorga durch mehrjährige Studentenzeit verbunden fühlt, personell möglichst schnell nachrüsten. Innerhalb weniger Monate könne die Zahl der Arbeitsplätze auf 50 steigen, sagt Jorgas Bruder Sven (47), Mitgesellschafter und als Technikchef auch zuständig für die Leitung des Standortes Kiel: „Wir suchen händeringend Softwareentwickler und Projektmanager.“ Entwickelt werden in Kiel zum Beispiel die Anwendungen, mit denen die WebID-Kunden das Video-Verfahren in ihre Plattformen integrieren.

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