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Wirtschaft Firmen wollen Jobs schaffen
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00:25 02.01.2015
Von Jörn Genoux
Die meisten Unternehmen in der Region Kiel, Eckernförde, Rendsburg, Neumünster, Plön und Segeberg planen auch im kommenden Jahr Einstellungen - unter anderem bei den Gebäudereinigern. Quelle: Jens Büttner/dpa
Kiel

Die meisten Unternehmen in der Region Kiel, Eckernförde, Rendsburg, Neumünster, Plön und Segeberg planen auch im kommenden Jahr Einstellungen. Das ergab eine Umfrage der Kieler Nachrichten bei mehr als 50 bedeutenden Unternehmen. Nur sehr wenige Firmen werden voraussichtlich Stellen abbauen müssen. Und unter denen, die das Beschäftigungsniveau stabil halten wollen, sind wiederum einige Firmen, die bereits in diesem Jahr die Zahl der Mitarbeiter deutlich erhöht haben.

 Werften wie ThyssenKrupp Marine Systems (TKMS/Kiel) sowie Nobiskrug (Rendsburg) und deren Kieler Tochter ADMK gehen mit einem „hohen Auftragsbestand“ (TKMS) beziehungsweise „sehr hohem Beschäftigungsniveau“ ins neue Jahr. Schiffbauzulieferer wie Raytheon Anschütz berichten von einer „abteilungsübergreifend hohen Auslastung“. Der Windkraftanlagen-Hersteller Senvion (früher Repower), an drei Standorten im Land vertreten, sieht weiterhin große Wachstumschancen durch die deutsche Energiewende, aber auch auf den Märkten im Ausland. Dienstleister wie Spiegelblank (Kiel) sprechen davon, dass die „Wirtschaft wieder aufblüht“. Die Vater-Gruppe (Kiel) sieht ebenfalls gute Chancen für 2015, weil Kunden in die IT investieren. Der Labordienstleister Euroimmun (Lübeck) wächst weiter zweistellig. ACO (Büdelsdorf), Hersteller von Entwässerungsanlagen, erwartet auch im kommenden Jahr „ordentliches Wachstum“. Und der Fleisch- und Wurst-Hersteller zur Mühlen (Böklund) plant „umfangreiche Investitionen“ in seine schleswig-holsteinischen Werke.

 Diese Firmen stehen stellvertretend für zahlreiche weitere, die von Wachstum und hoher bis sehr hoher Auslastung berichten. Nur ganz wenige Betriebe verzeichnen ein konstantes Geschäft, und rückläufige Umsätze meldet niemand. Befragt wurden große, aber auch kleinere Unternehmen aus fast allen Branchen, um die Wirtschaftsstruktur der Region abzubilden. Geht es diesen Betrieben gut, dann strahlt das auch auf Zulieferer und Dienstleister aus. Entsprechend gut ist auch im schleswig-holsteinischen Handwerk derzeit die Stimmung, bestätigt die Handwerkskammer.

 Aber frei von Sorgen gehen die Geschäftsführer und Vorstände nicht ins neue Jahr. Fachpersonal zu halten und neue Mitarbeiter zu gewinnen, ist für die meisten die größte Herausforderung. Eine Gefahr für eine weiter stabile Entwicklung wird in den Krisenherden im Ausland gesehen, vor allem im Konflikt mit Russland. Negative Folgen fürchten nicht nur die Firmen, die selbst nach Russland exportieren, sondern auch andere Unternehmen. Das „allgemeine Unsicherheitsgefühl“ werde verstärkt, das sei nicht gut für das Geschäft. Und ein Dauerthema bleiben die Verkehrsprobleme in Schleswig-Holstein.