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Wirtschaft Hell Gravure verlässt Kiel
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08:00 18.12.2018
Von Ulrich Metschies
In Kiel Wellingdorf wird der Platz knapp: Horst Bick, kaufmännischer Leiter von Hell Gravure. Quelle: Frank Peter
Kiel

 Dort hat das Unternehmen ein mehr als 26000 Quadratmeter großes Grundstück erworben, auf dem ein Neubau mit rund 10000Quadratmetern Nutzfläche entstehen wird. Für das Projekt nimmt das Unternehmen einen zweistelligen Millionen-Betrag in die Hand. Der Neubau an der Alten Preetzer Chaussee entsteht gerade einmal 50 Meter jenseits der Stadtgrenze.

In Wellingdorf gab es keine Perspektive mehr

 Hell Gravure  zählt zu den führenden Anbietern für Gravuranlagen zur Herstellung von Tiefdruck-Druckvorlagen, die vor allem für die Herstellung von Verpackungen oder Etiketten sowie für den Zeitschriftendruck eingesetzt werden. Am langjährigen Standort in Kiel-Wellingdorf sah das Unternehmen keine Entwicklungsperspektive mehr. Das aus den 60er-Jahren stammende Gebäude im Philipp-Reisweg sei mit seinen 8000 Quadratmetern Nutzfläche nicht nur zu klein, sondern erfülle auch nicht die modernen Anforderungen an Aufteilung und Infrastruktur, sagt der kaufmännische Leiter Horst Bick. Lange und intensiv habe man mit der Stadt Kiel nach Alternativen gesucht: „Aber da war für uns nicht das Passende dabei.“ 

Stadt verliert Gewerbesteuer

Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) bedauert die Entscheidung. Die Kieler Wirtschaftsförderung (KiWi) und die Landeshauptstadt hätten seit Ende 2016 „intensiv und im engen Austausch mit Hell Gravure“ zahlreiche Standorte für einen Neubau auf Kieler Stadtgebiet und im interkommunalen Gewerbegebiet Melsdorf gesucht, geprüft und bewertet. Dabei seien dem Unternehmen auch Flächen privater Eigentümer angeboten worden. Doch leider hätten diese Flächen nicht zu den Anforderungen des Unternehmens gepasst, oder sie seien zu spät verfügbar gewesen. 

Für die Stadt bedeutet die Entscheidung auch einen Verlust an Gewerbesteuer. Um den abzumildern hatten die Verwaltungsspitzen Kiels und Melsdorfs eine Erweiterung des interkommunalen Gewerbegebietes Rotenhahn ausgelotet. 

Erst vor einem Jahr hatte ein anderes traditionsreiches Kieler Unternehmen angekündigt, die Stadt aufgrund fehlender Flächenangebote zu verlassen: Die Gebr. Schröder GmbH, Hersteller der weltweit gefragten „Löwe“-Scheren, will 2019 in Flintbek einen Neubau mit 3000 Quadratmetern Produktions- und 700 Quadratmetern Bürofläche beziehen. 

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