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21:15 01.03.2019
Von Anne Holbach
Während nebenan noch letzte Bauarbeiten erledigt werden, zeigen Christof Groner (li.) und Martin Schwartz (hinten re.) anderen Mietern ihr neues Büro im Fleet 7. Quelle: Uwe Paesler
Kiel

Schon seit rund anderthalb Jahren haben vornehmlich junge Gründer aus der Digitalwirtschaft in einem Teil des Verlagsgebäudes flexible und feste Arbeitsplätze gemietet. Mit dem Umzug in die neuen, modernen Räume soll die Bürogemeinschaft weiter wachsen – in direkter Nähe zum Rathaus, mitten in der Innenstadt.

Viel Glas, viel Platz

Noch ist nicht alles fertig. Am Eingang arbeitet ein Bauarbeiter am Fußboden, nebenan wird Holz abgeschliffen. „Aber der Zauber des Anfangs zählt“, sagt Christof Groner von der Webagentur Nikdin. „Wir haben lange auf diesen Moment hingefiebert, jetzt ist es schön, hier zu sein.“

Sein Büro teilt er sich mit Industriedesigner Martin Schwartz und zwei anderen Mietern. Schwartz lobt die schönen Details wie alte Fliesen und das viele Glas. „So bleibt der Raum erhalten.“

Konferenzräume sind nach Stränden benannt

Vor einer unverputzten Betonmauer schläft Bürohund Nala. Hinter einer Glaswand stehen leere Umzugskartons. Falckenstein, Heidkate, Schwedeneck – die Konferenzräume heißen nach Stränden. Es gibt eine große Gemeinschaftsküche und eine breite Treppe, die zur Sitzgelegenheit werden soll.

Im Großraumbüro führt Entwickler Johannes Zettl schon mit einem Gast ein Projektgespräch. „Es ist alles viel größer, als es bei der ersten Besichtigung ausgesehen hat“, sagt Zettl. Ihm gegenüber sitzt Hannes Reimer mit Kopfhörern. Sehr schön sei alles geworden, sagt er und programmiert weiter.

Flexible Tische im Großraumbüro noch frei

Ein Großteil der Büroflächen sei aktuell ausgelastet, sagt Fleet7-Chef André Nikolski. „Wir haben aber noch einige flexible Tische im Großraum frei.“ Doch das Fleet 7 soll viel mehr als nur ein Ort sein, an dem Tische und Büros vermietet werden. Der Netzwerkgedanke steht im Vordergrund.

Austausch zwischen Start-ups und Mittelstand

Jeden dritten Freitag im Monat veranstaltet der Coworking-Space mit der Investitionsbank und der Beratungsfirma PWC ein Innovationsfrühstück. Dabei erzählen jeweils ein Gründer und ein etablierter Mittelständler von ihren Unternehmen.

Bei der nächsten Ausgabe am 15. März sind der Geschäftsführer des Wachholtz-Verlags, Olaf Irlenkäuser, und die Gründerin Kristina Engel zu Gast. Sie hat mit ihrem Team das Tool Elbwalker entwickelt, mit dem sich das Verhalten von Nutzern auf Webseiten analysieren lässt.

„Mittelstand und Start-ups sollen so miteinander in Kontakt kommen und voneinander lernen“, sagt Nikolski. Etablierte Unternehmen sollen an Agilität gewinnen und neue, innovative Ideen bekommen; Start-ups können umgekehrt von deren Erfahrung profitieren.

Founders-Talk bietet Blick über den Tellerrand

Ebenfalls regelmäßig soll es den Founders-Talk geben, bei dem externe Gründer geladen werden. „Die Kieler Start-ups sollen nicht bloß ihre eigene Suppe kochen, sondern auch Impulse von außen bekommen“, so Nikolski. Wichtig sei etwa, sich über Finanzierungsfragen auszutauschen – große Deals gehen eben eher in Berlin oder Hamburg über die Bühne als in Kiel.

Fleet 7 soll zum Treffpunkt werden

Nikolski wünscht sich, dass sich das Fleet 7 als Treffpunkt etabliert. Sogenannte Meet-ups könnten dort Menschen mit gemeinsamen Interessen zusammenbringen, die sich beispielsweise über Marketing in Sozialen Netzwerken oder das Programmieren austauschen wollen. Für solche Gruppen würde der Coworking Space seine Räume gerne zur Verfügung stellen.

Geplant ist auch eine Kooperation mit der IHK bei den „Fuck-up-Nights“, auf denen Unternehmer vom Scheitern erzählen. Auf der Eventfläche namens Kalifornien soll später Platz für 200 Menschen sein. Gemeinsam mit der Fachhochschule Kiel und der Werner-Petersen-Stiftung soll zudem bald ein neues Stipendium für studentische Projekte in der Vorgründungsphase aufgelegt werden.

Fünf Tage hatten die Teilnehmer der Prototyping Week Zeit, um aus Ideen Produkte zu entwickeln. Am Freitag präsentierten elf Teams ihre Ergebnisse im fast vollbesetzten Studio Kino in Kiel: Darunter Innovationen zum Diebstahlschutz für Fahrräder, Yogamatten aus alten Neoprenanzügen und vieles mehr.

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Höher, länger, breiter: Die größten Kreuzliner der Welt entstehen derzeit in Mecklenburg-Vorpommern. Bis zu 12 000 Menschen sollen Platz haben auf den Schiffen der Global Class, die der Genting-Konzern in Rostock-Warnemünde und Wismar baut. Doch auf der Ostsee werden sie wohl nie mit Passagieren unterwegs sein – denn die Schiffe sind nicht für den deutschen Markt gedacht.

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