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Wirtschaft "Flens" wächst - vor allem alkoholfrei
Nachrichten Wirtschaft "Flens" wächst - vor allem alkoholfrei
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19:28 03.02.2020
Von Florian Hanauer
Bierflaschen laufen über ein Band in der Flensburger Brauerei: Die Glasflaschen können im Inland 30 Mal wiederverwendet werden, sind im Export aber teuer. Quelle: Lukas Schulze / infogram.com
Flensburg

Der Bierabsatz ging bei der Flensburger Brauerei nochmals nach oben - dabei waren die Vorzeichen gar nicht so günstig: Noch mehr Bier als im "Jahrhundertsommer 2018“ verkaufen zu können, sei für die Brauereien kaum zu erwarten gewesen, sagt die Geschäftsführung, schließlich sei der vergangene Sommer vergleichsweise normal gewesen. Statt 94 Millionen Hektoliter Bier wie im Jahr zuvor wurden in ganz Deutschland nur 92 Millionen getrunken.

Umso zufriedener ist man in Flensburg, sich von dem Abwärtskurs vieler Brauereien abgekoppelt zu haben. Flensburger konnte mit 641 000 Hektoliter etwa zwei Prozent mehr im Inland absetzen, nach 628 000 im Vorjahr und 595 000 im Jahr 2017. Mit dem Export sind es 683 000 Hektoliter. Seit sechs Jahren hält der Wachstumskurs damit laut Geschäftsführung an.

Flensburger im "hart umkämpften Pilsmarkt"

Zum Vergleich: Die gesamte Carlsberg-Gruppe, zu der im Norden weit verbreitete Marken wie Holsten und Astra zählen, hatte 2018 einen Ausstoß von 2,54 Millionen Hektolitern und stagniert eher. Zu den wachsenden Brauereien zählt beispielsweise auch Veltins, das seinen Absatz 2019 auf 3,05 Millionen Hektoliter steigern konnte, aber nur noch um 1,2 Prozent zulegte.

Das Wachstum in Flensburg, auch für 2020 lautet das Ziel plus zwei Prozent, habe man im Wesentlichen den Mitarbeitern zu verdanken, sagt Andreas Tembrockhaus, Geschäftsführer Marketing und Vertrieb. „Wir haben Spaß bei unserer Arbeit, das ist ein Baustein für unseren nachhaltigen Erfolg der am Ende auch außen in unserer Werbung sichtbar wird. Denn im hart umkämpften Pilsmarkt tut man unter anderem gut daran, seine Marke gut zu pflegen.“

Marke kommt hinter Holsten und vor Lübzer

Das scheint insofern aufzugehen, da im Ranking der beliebtesten Biermarken in Deutschland Flensburger dementsprechend auf Platz 25 von 69 bekannten Marken kommt. Zwei Prozent der Befragten hatten im Jahr 2019 in den zurückliegenden vier Wochen ein Bier von Flensburger getrunken, wie die Auswertung der GFK Media für Statista zeigt. Damit ist die Marke beliebter als beispielsweise Lübzer (ein Prozent), und liegt etwas hinter Holsten (2,2 Prozent). Bundesweiter Spitzenreiter sind Becks (10,5 Prozent) und Krombacher (8,9 Prozent).

Außer dem klassischen Flensburger Pilsener, das 66 Prozent des Absatzes der Brauerei ausmacht, hat die Brauerei inzwischen 15 weitere Produkte im Sortiment. Auf das klassische Pilsener folgen mit Abstand das „Flensburger Gold“ mit einem Anteil beim Absatz von neun Prozent, das „edle Helle“ mit sechs Prozent sowie das „Radler“ und das alkoholfreie Bier „Frei“ mit jeweils vier Prozent. Das Wachstum im Gesamtabsatz kommt laut der Brauerei übrigens von den alkoholfreien Sorten. So haben das „Frei“ und das „Radler alkoholfrei“ um 10,2 Prozent zulegen können.

Eine der größten Abfüllanlagen für Bügelverschluss

Im laufenden Jahr will das Unternehmen weiter in die Marke investieren und neue Mitarbeiter im Vertrieb einstellen. Insgesamt sind bei der Brauerei derzeit 235 Mitarbeiter angestellt. Das Unternehmen will durch  ständige Investitionen „in Marke, Markt und Mitarbeiter“ die „Verbindung zwischen Tradition und Moderne“ schaffen. So verweist man in Flensburg darauf, dass man – an sich wenig verwunderlich – über eine der weltweit größten Abfüllanlagen für Flaschen mit Bügelverschluss verfüge.

Damit will die Brauerei auch noch stärker in den Export kommen, was aber nicht einfach sei, weil laut Tembrockhaus die Flasche recht teuer sei. In Deutschland könne eine solche Flasche gut 30 Mal „umlaufen“. Der Geschäftsführer: „Wenn ich die nach China schicke, sind gleich 35 Cent weg.“ Die müssten auf den Preis draufgeschlagen werden.

9500 Hektoliter verkauft Flensburger nach China, das sind 30 Prozent des Exportanteils. Es folgen Großbritannien, Italien, Russland und der Irak. Wenn der gute Trend beim Inlandswachstum einmal zum Erliegen komme, hofft man in Flensburg den Exportanteil noch weiter steigern zu können.

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