Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Wirtschaft Keine Landesbürgschaft in Sicht
Nachrichten Wirtschaft Keine Landesbürgschaft in Sicht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:05 20.02.2019
Von Anne Holbach
Der Finanzinvestor Lars Windhorst hat die Mehrheit bei der angeschlagenen Flensburger Schiffbaugesellschaft (FSG) übernommen. Quelle: Carsten Rehder/dpa (Symbolfoto)
Kiel/Flensburg

„Wir alle – die Mitarbeiter, die Lieferanten, die Kunden und auch die Finanzinstitute – müssen nun zusammenarbeiten“, sagte Gregg-Smith. Gemeinsam müsse erreicht werden, dass die FSG die Schiffe im Kostenplan sowie in der richtigen Qualität und Zeit abliefern könne. In der nicht öffentlichen Versammlung sorgte der Brite für Erleichterung mit der Aussage, dass die Gehälter der Werftarbeiter für Februar und darüber hinaus gesichert seien.

„Das ist natürlich erst mal eine sehr positive Nachricht“, sagte der Flensburger IG-Metallchef Michael Schmidt. Er und viele auf der Werft würden Gregg-Smith abnehmen, dass er mit seinem kooperativen Führungsstil die Mitarbeiter mitnehmen wolle. „Da wächst neues Vertrauen.“ Ende Januar war der bisherige FSG-Geschäftsführer Rüdiger Fuchs abberufen worden. Gregg-Smith kam dafür vom Anteilseigner Siem, er hatte das Unternehmen 2016 schon einmal übergangsweise geführt. Vergangene Woche hatte der Finanzinvestor Lars Windhorst die Mehrheit an der FSG übernommen und angekündigt 33 Millionen Euro frisches Kapital in die Werft zu pumpen. Zur Versammlung kam er nicht.

Langfristige Ausrichtung von FSG: Gewerkschafter enttäuscht

Keine zufriedenstellenden Antworten habe der Geschäftsführer dort auf Fragen zur langfristigen Ausrichtung geliefert, zeigte sich Gewerkschafter Schmidt enttäuscht. Auch auf das Thema Landesbürgschaften sei er nicht eingegangen. „Dabei ist es wichtig, dass hier bald etwas passiert“, so der IG-Metallchef. So sind zwar die Auftragsbücher der Flensburger für die nächsten drei Jahre gut gefüllt – sieben Schiffe für insgesamt eine Milliarde Euro soll die FSG bauen. Damit sie das finanzieren kann, muss die Werft aber Kredite bei Banken aufnehmen und ist dabei auf die Bürgschaften angewiesen. Die Voraussetzung dafür wäre ein Wirtschaftsprüfer-Gutachten mit positiver Fortführungsprognose, wie Wirtschaftsminister Bernd Buchholz (FDP) erneut bekräftigte. Nach seiner Kenntnis sei ein solches Gutachten noch nicht in Auftrag gegeben worden.

Immerhin eine weitere gute Nachricht konnte Gregg-Smith den 650 festangestellten Mitarbeitern verkünden: Für die Ro-Ro-Fähre „Maria Grazia Onorato“, die eigentlich schon im Januar ausgeliefert werden sollte, steht nun ein Übergabetermin im März fest. Der Neubau entstand für den FSG-Mutterkonzern Siem, die Norweger haben das Schiff bereits nach Italien verchartert. Das heißt, kommenden Monat fließt Geld in die Kasse der klammen Werft. Gregg-Smith soll zudem in Verhandlung mit den FSG-Auftraggebern sein, was Konditionen und Lieferzeiten betreffe. Wegen Verzögerungen beim Neubau der Großfähre „W.B. Yeats“ musste die FSG eine Vertragsstrafe in zweistelliger Millionenhöhe an eine irische Reederei zahlen und war so in Schieflage geraten.

31 Prozent von 1006 Befragten gaben in einer Erhebung im Auftrag der ING Deutschland an, ihr Haushalt habe keine Rücklagen und könne nichts sparen, weil am Ende des Monats das Geld alle sei. Die Quote der Nichtsparer steigt, wird prognostiziert.

20.02.2019

Das Segelschulschiff "Gorch Fock" liegt seit 2016 im Dock der Elsflether Werft in Niedersachsen. Doch wie geht es weiter mit der Sanierung? Die durch die Sanierung der „Gorch Fock“ in die Schlagzeilen geratene niedersächsische Elsflether Werft AG hat einen Insolvenzantrag gestellt.

Frank Behling 20.02.2019

Der weltweite Smartphone-Markt geriet zuletzt unter Druck – doch Deutschland stellt sich mit einem wachstumsstarken Ökosystem leicht gegen den Trend. Der Branchenverband Bitkom prognostiziert eine Explosion des Datenvolumens – und warnt vor Bremsen.

20.02.2019