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Wirtschaft Zwei Drittel der Flüge fallen aus
Nachrichten Wirtschaft Zwei Drittel der Flüge fallen aus
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18:54 14.01.2019
Von Christin Jahns
Die Sicherheitskontrolle am Hamburger Flughafen: Hier drohen heute lange Wartezeiten. Quelle: Daniel Bockwoldt
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Hamburg

Wie viele Flüge durch den Streik des Sicherheitspersonals am Hamburger Flughafen tatsächlich ausfallen werden, ist noch unklar. "Was wir wissen ist, dass schon jetzt fast zwei Drittel der Abflüge am Dienstag gestrichen wurden", sagte Flughafensprecherin Katja Bromm am Montagabend. Regulär sind am Dienstag 178 Abflüge mit mehr als 20000 Passagieren und 179 Ankünfte geplant. Welche Strecken und Zeiten besonders betroffen sind, könne man nach jetzigem Stand noch nicht sagen.

Verdi fordert einheitliche Bezahlung von 20 Euro brutto

Die Reisenden würden in erster Linie von ihrer Airline oder dem zuständigen Reiseveranstalter informiert werden und sollten ihre Flüge nach Absprache umbuchen oder auf andere Verkehrsmittel umsteigen. "Besonders früh am Flughafen zu sein, bringt erfahrungsgemäß nichts", sagt Bromm. "Voraussichtlich werden nur wenige Personenkontrollspuren geöffnet sein, sodass man seinen Flug am Nachmittag auch dann verpassen kann, wenn man schon frühmorgens in der Schlange steht."

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Verdi hat in Hamburg rund 1000 Mitarbeiter zum Warnstreik aufgerufen. Die Gewerkschaft fordert für die bundesweit 23000 Beschäftigten des Sicherheitspersonals an Flughäfen eine einheitliche Bezahlung von 20 Euro brutto. Neben Hamburg sind auch die Flughäfen in Bremen, Frankfurt am Main, Hannover, Erfurt, Leipzig, Halle, Dresden und München von den Streiks betroffen.

BDLS spricht von "unverhältnismäßigen Aktionen"

"Die Gewerkschaft scheint jedes Maß für den Arbeitskampf verloren zu haben", kritisiert Verhandlungsführer Rainer Friebertshäuser vom Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS). "Bei acht ganztägigen Streiks, kann man nicht mehr von Warnstreiks im Zuge von Verhandlungen reden, sondern schon von unverhältnismäßigen Aktionen, die viele tausend unschuldige Passagiere, die Flughäfen und die Fluggesellschaften massiv schädigen", so Friebertshäuser.

Den Vorwurf der Unverhältnismäßigkeit weist man bei Verdi entschieden zurück. "Wir haben soft begonnen, aber die Arbeitgeber bieten uns gerade einmal einen Inflationsausgleich von zwei Prozent. Das können wir uns nicht bieten lassen. Also müssen wir den Druck erhöhen, damit endlich etwas passiert", sagt Verhandlungsführer Peter Bremme von Verdi Hamburg. "Sicherheit beim Fliegen ist allen Menschen wichtig. Wer dafür sorgt, sollte für diese verantwortungsvolle und schwierige Arbeit auch fair bezahlt werden."

Normalisierung am Mittwoch

Die Tarifverhandlungen werden am 23. Januar 2019 in Berlin fortgesetzt. Am Hamburger Flughafen geht man davon aus, dass sich der Betrieb voraussichtlich im Laufe des Mittwochs wieder normalisiert hat.