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Wirtschaft Zinsen bleiben noch lange im Keller
Nachrichten Wirtschaft Zinsen bleiben noch lange im Keller
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21:10 11.03.2019
Von Ulrich Metschies
Für Immobilienkäufer gut, für Sparer schlecht: An den niedrigen Zinsen wird sich nach Einschätzung der Förde Sparkasse bis Ende kommenden Jahres nichts ändern.   Quelle: Patrick Pleul
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Kiel

Obwohl die Nummer eins der Sparkassen in Schleswig-Holstein 2018 kräftig auf die Kostenbremse getreten hat, rutschte das Betriebsergebnis vor Bewertung ab: von 62,6 auf 59,6 Millionen Euro. Einmal mehr hatte Bormann bei der Bilanzvorlage gestern in Kiel eine deprimierende Nachricht für Sparer sowie eine gute für angehende Immobilieneigentümer und solche, die vor einer Umfinanzierung stehen: „Wir gehen davon aus, dass sich bis Ende 2020 an den niedrigen Zinsen nichts ändern wird.“

Bormann fordert Maßnahmen gegen "kalte Enteignung"

Von der Bundesregierung erwartet Bormann, der „kalten Enteignung“ der Sparer endlich Einhalt zu gebieten: „Statt wie bislang lediglich den Aufbau von Nominalkapital zu fördern, sollte die Politik mehr Anreize geben zur Beteiligung am Produktivvermögen.“ Da viele Deutsche aus Angst vor Risiken weiter auf Aktien verzichten, sieht der Sparkassenchef in der Entwicklung einer Wertpapierkultur eine wichtige Aufgabe der Beratung. Offenbar kommt die Botschaft langsam an: 2018 konnte das Institut den Absatz von Wertpapieren nahezu verdoppeln. 

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Weitere Filialschließungen vorerst nicht geplant

Obwohl der Kostendruck wächst und immer mehr Kunden ihre Geschäfte online erledigen, plant die Förde Sparkasse derzeit keine Filialschließungen. Allerdings, so Bormann, behalte man die Nutzerzahlen sehr genau im Auge. Binnen weniger Jahre sei die durchschnittliche Zahl der Filialbesuche pro Kunde von drei auf weniger als einen im Monat gesunken. Mit der Reduzierung sogenannter Service-Zeiten und der Ausweitung von „Beratungszeiten“ (Beratungen nach Terminvereinbarung zwischen acht und 20 Uhr) hat die Sparkasse nach Angaben Bormanns „sehr gute“ Erfahrungen gemacht.

Vorstand schrumpft auf drei Mitglieder

Weil die Erträge anhaltend unter Druck stehen und gleichzeitig die Digitalisierung hohe Investitionen verlangt, setzte das Institut bei den Personalkosten weiter den Rotstift an. So schrumpfte die Zahl der Mitarbeiter im vergangenen Jahr um 42 auf 1228. Auch an der Spitze sollen die Personalausgaben schrumpfen: Wenn Vorstandsmitglied Wilfried Sommer (60) in zwei Jahren in den Ruhestand geht, soll dessen Posten nicht wieder besetzt werden. Damit schrumpft das Führungsgremium von vier auf drei Mitglieder.