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Wirtschaft Fonds zur Rettung deutscher Banken verliert weiter Milliarden Steuergelder
Nachrichten Wirtschaft Fonds zur Rettung deutscher Banken verliert weiter Milliarden Steuergelder
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18:12 01.07.2019
Die Bankenrettung geht ins Geld. Quelle: imago images / Westend61
Frankfurt/Main

Der Kurseinbruch der Commerzbank-Aktie hat dem deutschen Bankenrettungsfonds im vergangenen Jahr einen Verlust eingebrockt. Unter dem Strich stand ein Minus von gut 1,51 Milliarden Euro, wie die Finanzagentur am Montag in Frankfurt mitteilte. Der Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS) hält im Auftrag des Bundes noch 15,6 Prozent der Commerzbank-Anteile. Die Aktie des Geldhauses hatte im vergangenen Jahr mehr als die Hälfte ihres Wertes verloren und war bis Ende Dezember auf 5,78 Euro abgesackt.

Ein Jahr zuvor hatte das Commerzbank-Aktienpaket dank Kursgewinnen für einen Buchgewinn von gut einer Milliarde Euro gesorgt und dem staatlichen Fonds zu einem Überschuss von rund 1,46 Milliarden Euro verholfen.

Der Rettungsfonds - auch unter der Kurzbezeichnung Soffin bekannt - war im Herbst 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzmarktkrise aufgelegt worden. Mit Hilfe von Steuergeldern sollte mittels Garantien und Beteiligungen das deutsche Bankensystem stabilisiert werden.

22,6 Milliarden Euro Verlust

Seit seiner Gründung häufte der Fonds nach jüngsten Angaben 22,6 Milliarden Euro Verlust an. Wie viel davon am Ende beim Steuerzahler hängen bleibt, wird sich erst beziffern lassen, wenn der Fonds aufgelöst wird. Ein entscheidender Faktor dürfte sein, zu welchem Preis der Staat seine Commerzbank-Anteile verkaufen kann.

Ende vergangenen Jahres waren die Bankbeteiligungen des Fonds 1,3 Milliarden Euro wert und damit nur noch die Hälfte dessen, was ein Jahr zuvor in den Büchern stand. Neben den Commerzbank-Papieren verwaltet der Fonds Anteile an dem in der Finanzkrise verstaatlichten Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) und der WestLB-Nachfolgerin Portigon.

Von RND/dpa