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Wirtschaft Neue Sorge um den Bankenstandort Kiel
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10:00 19.03.2019
Von Ulrich Metschies
60 Mitarbeiter sind hier beschäftigt: Standort Ahlmann-Haus der Deutschen Bank in Kiel.  Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

"Die fusionierte Bank wird sich kaum erlauben, zwei so hervorgehobene Standorte wie das Ahlmann-Haus und die Commerzbank am Asmus-Bremer-Platz in Kiel parallel zu betreiben“, sagt Verdi-Sprecher Frank Schischefsky. Einen Einschnitt, „der Kiel weh tun wird“, befürchtet auch die Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein.

Beide Banken zusammen beschäftigen 760 Mitarbeiter im Norden

Vor Kurzem erst hatte die ehemalige HSH Nordbank angekündigt, 470 von 670 Arbeitsplätzen in der Landeshauptstadt abzubauen und ihr Hochhaus in der Innenstadt zu räumen.Der Branchenprimus Deutsche Bank beschäftigt in Schleswig-Holstein in 28 Filialen rund 400 Mitarbeiter, davon rund 60 in Kiel. Die Commerzbank, Nummer zwei in Deutschland, kommt landesweit auf 41 Standorte und 360 Mitarbeiter, davon 70 in der Landeshauptstadt.

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Gewerkschaft spricht von einer Schnapsidee

Die Gewerkschaft spricht von einer „Schnapsidee aus dem Bundesfinanzministerium, gegen die die Mitarbeiter sich zur Wehr setzen würden. Schischefsky: „Wir lehnen eine Fusion ab, weil sie unsinnig ist, und wir werden in der laufenden Banken-Tarifrunde dagegen mobilisieren.“ Bundesweit sieht die Gewerkschaft rund 30000 Arbeitsplätze bedroht.

Auch Verbraucherzentrale erwartet Filialschließungen

Personalabbau und Filialschließungen wären die zwangsläufige Folge einer Fusion, sagt auch Michael Herte, Finanzexperte der Verbraucherzentrale in Kiel: „Synergien zu heben, ist ja gerade der Sinn so eines Schrittes.“ Gravierende Nachteile für die Kunden seien jedoch nicht zu erwarten. Voraussetzung sei, dass die Institute nicht nur fusionieren, um Geld zu sparen, „sondern dass sie die Kräfte bündeln, um wirklich in der digitalen Welt der Finanzdienstleistungen anzukommen“.

Kiels OB: Neue Bank könnte ein Zeichen setzen  

Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer (SPD) appelliert an die Institute, beide für die Innenstadt prägenden Immobilien als Bankstandorte zu erhalten: „Die neue Bank, wenn sie denn kommt, könnte mit einer dieser Immobilien ein starkes Zeichen setzen und beispielsweise Raum schaffen für digitale Finanz-Start-ups.“