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11:11 09.11.2019
Von Ulrich Metschies
Mehrfach gab es bereits Proteste. Auf diesem Foto von 2012 richtet sich der Widerstand der Belegschaft gegen einen Verkauf der Versicherung an die Allianz.
Kiel

Kommende Woche wird das Parlament auf Antrag aller Fraktionen mit Ausnahme der AfD die Landesregierung auffordern, sich im Fall einer Verschmelzung beider Versicherungskonzerne für den Erhalt des Standortes Kiel einzusetzen.

Zeitplan ist aus den Fugen

Beide Seiten hatten im Oktober 2018 eine Absichtserklärung unterzeichnet, die die Grundlagen der Fusion und den Fahrplan festlegt. Zieldatum war demnach eine Einigung im Laufe dieses Jahres, die dann rückwirkend zum 1. Januar 2019 wirksam sein sollte. Doch dieser Zeitplan ist aus den Fugen geraten. Belastet werden die Gespräche vor allem von Bewertungsfragen. Nachdem sich das Marktumfeld für Lebensversicherer im Sommer deutlich verschlechtert hatte, hatten die Wirtschaftsberater von den Unternehmen neue Unterlagen zur Firmenbewertung auf Basis noch niedrigerer und sogar negativer Zinsen eingefordert. Damit ist nach Überzeugung von Insidern klar, dass es mit einer Einigung in diesem Jahr nichts mehr wird.

Es geht um 1000 Stellen im Norden  

Mehrfach hatte Provinzial-Nordwest-Chef Wolfgang Breuer betont, der Standort Kiel - Sitz der Lebensversicherung sowie des Sachversicherers Provinzial Nord Brandkasse - sei absolut sicher. Gleichwohl dürfte eine Verschmelzung beider Unternehmen an vielen der rund 1000 Arbeitsplätze im Norden nicht spurlos vorübergehen.

Fraktionen machen sich für Kiel stark

CDU-Fraktionschef Tobias Koch hat nichts gegen eine Fusion - wenn diese nötig sei, um die Provinzial fit für die Zukunft zu machen. „Elementar muss allerdings die Sicherung des Standortes Kiel sein.“ SPD-Kollege Ralf Stegner betont die wichtige Rolle der Provinzial als Arbeitgeber und gesellschaftlicher Akteur: „Wir werden dafür kämpfen, dass es im Falle einer Fusion zu keinem Arbeitsplatzabbau kommt.“ Grünen-Fraktionschefin Eka von Kalben schwant Böses: „Die Fusion großer Betriebe geht leider oft zu Lasten der Beschäftigten.“ Auch die FDP fordert, dass „so viele Arbeitsplätze wie möglich am Standort bleiben“. Und beim SSW heißt es, weder dürfe „am öffentlich-rechtlichen Status der Provinzial gerüttelt, noch der Standort Kiel infrage gestellt werden“.

Gewerkschaft will notfalls gegen Fusion kämpfen

Die Gewerkschaft begrüßt die Rückendeckung durch die Politik. Verdi-Sprecher Frank Schischefsky sagt: „Rechtsform der Provinzial und deren öffentlicher Auftrag müssen abgesichert werden.“ Die Fusion dürfe „nicht als Rationalisierungsinstrument genutzt werden“. Sollten diese Bedingungen nicht erfüllt sein, werde die Gewerkschaft „gegen das Projekt mobilisieren müssen“.

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